Shanghai. Ein Betriebsunfall, mehr nicht, das soll der Ferrari-Sieg von Sebastian Vettel in Malaysia gewesen sein, geht es nach dem zuletzt dominierenden Formel-1-Team Mercedes. Schon in den Freitags-Trainings für den Grand Prix von China am Sonntag (8 Uhr MESZ) unterstrich Weltmeister Lewis Hamilton seine Ambitionen, auf dem Shanghai International Circuit zurückzuschlagen - und damit die alte Rangordnung wiederherzustellen. Nach seiner Bestzeit in der ersten Einheit drehte der Brite auch am Nachmittag klar die schnellste Runde. Der 30-Jährige verwies den finnischen Ferrari-Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen mit einem Vorsprung von 0,443 Sekunden auf Rang zwei.

Dahinter folgten Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, Vettel im zweiten Ferrari und Hamiltons Teamkollege Nico Rosberg mit bereits mehr als einer Sekunde Rückstand auf den Rängen drei bis fünf. Im Gegensatz zu den beiden Deutschen war aber der Australier Ricciardo damit zufrieden, da das ehemalige Serien-Weltmeister-Team aus Österreich den erhofften großen Schritt nach vorne gemacht haben dürfte. Zuletzt hatte es in Sepang nur für die Ränge neun und zehn unmittelbar hinter Schwester-Team Toro Rosso gereicht.

"Das war ein guter Freitag für uns", meinte Ricciardo. "Unsere Geschwindigkeit wirkt gut. Wir haben ein paar aerodynamische Veränderungen vorgenommen. Dadurch hat sich die Fahrbarkeit verbessert. Es ist ein deutlicher Fortschritt spürbar. Wir müssen noch weiter arbeiten, aber das waren die ersten Schritte in die richtige Richtung."

Auch McLaren-Honda wirkte verbessert, landete doch der englische Ex-Weltmeister Jenson Button mit etwas mehr als zwei Sekunden Rückstand auf seinen Ex-Teamkollegen Hamilton auf Rang zehn. Toro Rosso musste sich dagegen vorerst mit den Plätzen 14 und 15 für die Youngsters Max Verstappen und Carlos Sainz jr. begnügen.

Hamilton blieb indessen trotz der Bestzeit vorsichtig: "Es ist relativ eng zwischen uns und Ferrari", sagte er.