Klagenfurt. (may) Wenn man Stefanie Schwaiger vor dem Beginn der Beachvolleyball-Europameisterschaft in Klagenfurt so zugehört hat, dann konnte man ihr schwerlich ein Erfolgserlebnis bei diesen Heim-Titelkämpfen zutrauen. Da war viel von Abstimmungsproblemen mit der neuen Partnerin Barbara Hansel die Rede, von knappen und daher bitteren Niederlagen, die Zweifel aufkommen ließen, ob denn das Gespann wirklich zusammenpasst. Schließlich hat die 28-jährige Waldviertlerin nach dem überraschenden Rücktritt ihrer Schwester Doris im Vorjahr mit der Wahl von Lisa Chukwuma schon einmal daneben gegriffen. "Wir haben sensationelle Spiele und auch wieder ganz schlechte", sagte Schwaiger, die bisherigen inkonstanten Leistungen prägnant zusammenfassend.

In Klagenfurt, so scheint es, tendieren die beiden wieder Richtung Ersterem - also zu "sensationell". Denn dass das Damen-Duo ungeschlagen und ohne Satzverlust die Gruppenphase übersteht und dabei auch noch einen selbstsicheren und souveränen Eindruck hinterlässt, das konnte wirklich niemand erwarten. Am Donnerstag beschlossen Schwaiger und Hansel die Vorrunde mit einem 2:0-Sieg (14, 18) über die ehemaligen russischen Klagenfurt-Siegerinnen Jewgenia Ukolowa/Jekaterina Birlowa.

"Wir spielen hier sehr gut"

Hansel zeigte sich erleichtert über den dritten Sieg im dritten Spiel, warnte jedoch eindringlich vor allzu viel Euphorie. "Wir haben ein Zwischenziel erreicht. Wir wollen es nicht verschreien, aber wir spielen hier sehr gut. Die bisherigen Spiele waren schon mal sehr konstant", meinte die 31-jährige Salzburgerin, die so wie ihre Partnerin weiß, wie sich eine EM-Medaille anfühlt. 2011 hatte Hansel an der Seite von Sara Montagnolli in Kristiansand Silber errungen; Schwaigers größter Erfolg war bekanntermaßen Gold bei der Heim-EM in Klagenfurt anno 2013. Ob die beiden dieses Kunststück wiederholen können, entscheidet sich am Freitag, wenn die Achtel- und Viertelfinalpartien anstehen. Dabei müssen die als Nummer acht gesetzten Österreicherinnen wohl oder übel erstmals auch ein höher eingestuftes Team aus dem Weg räumen, wollen sie am Samstag um Gold, Silber und Bronze kämpfen.

Wunsch- oder Angstgegner für die nächste Runde hat Hansel dabei keine. "Vor dem Turnier gab es viele andere Favoriten, die vor uns waren, aber als Heimteam ist es dann doch etwas ganz anderes. In Europa ist alles schon sehr ausgeglichen." Das nasskalte Wetter, das sich jedoch bessern soll, sei jedenfalls kein Problem, versicherte Hansel. Schwaiger sieht die Ausgangslage ähnlich: "Im Achtelfinale geht es wieder bei null los. Schauen wir mal, was die Auslosung bringt", so die Ex-Europameisterin.

Doppler/Horst weiter souverän

Ähnlich dominant wie Österreichs bestes Damen-Duo präsentiert sich bisher in Klagenfurt auch jenes der Herren: Nach dem ungefährdeten Auftaktsieg am Mittwoch entschieden Clemens Doppler und Alexander Horst auch das zweite Gruppenspiel gegen die Italiener Marco Caminati/Enrico Rossi mit 2:0 (20, 17) für sich. Richtig ernst wird es für die Weltranglisten-Fünften und Titelfavoriten erst in der K.o.-Phase, die bei den Männern am Samstag beginnt. "Es rennt zurzeit wirklich gut. Auch die Partien, die wir nicht dominieren, gewinnen wir im Gegensatz zu früher trotzdem. Das macht mich stolz", meinte Doppler.