Ohne Ehrgeiz fehl am Platz

Für Okic wurde die Gefahr, die immer mit den Wrestlern im Ring ist, plötzlich greifbar. Intensivstation, künstlicher Tiefschlaf, Lebensgefahr. Die österreichische Wrestling-Welt zitterte lange um einen der Ihren. Ein halbes Jahr später ist er auf dem Weg zurück ins Leben. Seine Erinnerung nach dem Unfall beschreibt er als "surreal. Auf einmal wache ich auf, meine Mutter und meine Freundin um mich herum, und sie erzählen mir, ich hätte einen schlimmen Unfall gehabt." Mittlerweile denkt er an eine Fortsetzung seiner Sportlerkarriere, wenn auch nicht als Wrestler. Anfangs schien das ein Ding der Unmöglichkeit. "Ich konnte am Anfang meine komplette rechte Körperhälfte nicht bewegen, die Ärzte wussten auch nicht, ob das je wieder möglich sein würde."

Dieses Mal geht zum Glück alles gut. Richie Amadeus kann sich vom Publikum für seinen Sieg feiern lassen und schleppt sich aus dem Ring zurück in die Kabine. Sichtlich atemlos folgt ihm mit einigem Abstand sein Gegner. "Ich habe am Schluss ziemlich mit der Luft gekämpft", erklärt Mario. "Der Splash hat mir alles aus der Lunge gepresst." Der Splash ist der Sprung vom obersten Ringseil - die Aktion, die Richie ins Leere gehen ließ, um sein Comeback einzuleiten.

Der Abend ist gelaufen, Verletzungen gibt es keine. Wer sich auf der kleinen Bühne gut schlägt, der darf auch darauf hoffen, bei einem der größeren Events gebucht zu werden. Für die jungen Wrestler ist das natürlich das große Ziel. "Wenn du keinen Ehrgeiz hast, bist du fehl am Platz", stellt Bedzeti fest. "Wenn das Publikum mitspielt, weißt du, dass du gut bist. Das Wichtigste ist, in den Ring zu steigen und dich dabei wohlzufühlen. Dann bist du auf einem guten Weg."