Bernd Wiesberger nimmt zum zweiten Mal das Masters ins Visier. - © afp
Bernd Wiesberger nimmt zum zweiten Mal das Masters ins Visier. - © afp

Augusta. (apa/art) Im Vorjahr war er hier, im altehrwürdigen Augusta National Golf Club, bester Debütant beim ersten und prestigeträchtigsten Major-Turnier des Golfjahres, heuer kann Bernd Wiesberger beim am Donnerstag beginnenden Masters in Augusta von diesen Erfahrungen sowie seinen positiven Erinnerungen profitieren. "Der Vorteil ist, dass man den Platz bereits mehrfach gespielt hat und sich auf seine Course-Knowledge und nicht nur auf das Yardage-Buch verlassen muss", sagt der 30-jährige Österreicher. Davor, nach seinem 22. Rang im Vorjahr eine spezielle Placierung als Ziel anzugeben, hütet er sich aber. "Ich will einfach vier Tage lang mein bestes Golf zeigen und meine erspielten Chancen nützen", sagt er.

"Risiko genau abwägen"


Schließlich gilt Augusta nicht nur als einer der schwierigsten Kurse, es ist auch die versammelte Weltelite vertreten. Schon dabeizusein, gilt als Privileg, Wiesberger hat sich seine Einladung, die hier traditionsgemäß noch mit der Post verschickt wird, durch seine Weltranglistenplacierung - aktuell liegt er auf Rang 39 - erworben. Auch beim zweiten Mal ist seine Teilnahme etwas Besonderes, wie er im Gespräch mit der Austria Presse Agentur sagt: "Man merkt einfach, dass der Ort eine besondere Geschichte hat und die Zuschauer diese auch zu schätzen wissen." Im Gegensatz zum Vorjahr hat Wiesberger nun dank Einladungen in der Vorbereitung schon mehrere Turniere in den USA bestritten, dabei mit einem 14. Platz in Miami sein bestes Resultat auf amerikanischem Boden erzielt und zuletzt auch bei seinem 27. Rang in Houston starke Form bewiesen.

Es sei ihm wichtig gewesen, sich speziell bei den gut besetzten US-Vorbereitungsturnieren auf das Masters verstärkt mit den besten Spielern der Welt zu messen, mit den Erfahrungen ist er zum überwiegenden Teil zufrieden. "Bisher gab es einige sehr positive Punkte, aber natürlich auch Schwächen, an denen es zu arbeiten gilt", resümiert der Burgenländer. Dass Augusta freilich kaum Fehler verzeiht, dessen ist er sich bewusst. "Der Platz ist irrsinnig durchdacht, vor allem die Greens sind eine große Herausforderung. Es gibt hier einige Spots, an welche man den Ball auf keinen Fall schlagen darf, und andere, bei denen ein verfehltes Grün kein großes Problem darstellt. Man muss das Risiko bei jedem Schlag genau abwägen."

Olympia als Ziel


Im Vorjahr gelang dies Jordan Spieth am besten, der US-Star feierte hier mit dem Rekord-Score von 18 unter Par seinen ersten Major-Triumph im Alter von 21 Jahren. Eine Ausnahme, freilich. Denn ansonsten ist das Masters aufgrund der Tücken des Kurses, aber auch des eindrucksvollen Flairs eher eine Angelegenheit für Routiniers. Schritt für Schritt will sich Wiesberger an deren Riege herantasten, dazu stehen in diesem Jahr noch andere Höhepunkte wie die Olympischen Spiele an, bei denen Golf erstmals seit mehr als hundert Jahren wieder im Programm ist. "2016 ist ein spannendes Jahr für den Golfsport, und vor allem Olympia ist ein großes Thema", bestätigt Wiesberger, der auch noch die Chance auf einen Platz im europäischen Ryder-Cup-Team hat. Gute Resultate bei den Major-Turnieren, allen voran in Augusta, wären dafür die beste Empfehlung.