Lausanne. Paukenschlag im Dopingstreit. Weitspringerin Darja Klischina hat einen Sieg vor Gericht errungen und darf nun doch als einzige russische Leichtathletin an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen. Der internationale Sportgerichtshof CAS gab am Montag dem Einspruch der Athletin gegen ihren Ausschluss durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF statt.

Nach einer rund vierstündigen Anhörung am Sonntagnachmittag entschied das Ad-hoc-Gremium des höchsten Sportgerichts noch in der Nacht auf Montag zugunsten Klischinas. In einer ersten Begründung der Kammer, die während Olympischer Spiele dringende Fälle rasch entscheiden muss, hieß es, die Athletin habe "sachdienlich begründet, dass sie während der ‚relevanten Zeit‘ Subjekt vollständig konformer Dopingkontrollen - innerhalb und außerhalb der Wettbewerbe - außerhalb Russlands war". Eine ausführliche Begründung ihres Urteils wollen die Richter nachliefern. Damit ist die 25-Jährige doch bei der Weitsprung-Qualifikation am Dienstag startberechtigt. Die übrigen russischen Leichtathleten sind wegen systematischen Dopings von den Spielen ausgeschlossen.

CAS berät über russischen Paralympics-Ausschluss

Rasch will der CAS auch in einer anderen Frage, den ebenfalls drohenden Paralympics-Ausschluss Russlands, entscheiden - und das noch vor dem 21. August, dem offiziellen Schlusstag der Olympischen Spiele in Rio. Dies teilte das internationale paralympische Komitee (IPC) am Montag mit. Das IPC habe die offizielle Mitteilung über den Einspruch des paralympischen Komitees Russlands vor dem CAS erhalten, hieß es in einer Mitteilung. Das IPC hatte den Komplett-Ausschluss beschlossen. Russland hat dagegen Einspruch eingelegt.