Zürich. (art) Ein 17-Jähriger legt sich mit dem Weltfußballverband Fifa an: Der junge Afrikaner hat nämlich vor dem Handelsgericht in Zürich Klage gegen das internationale Transferreglement der Fifa für minderjährige Spieler eingereicht. Demnach darf der nicht näher genannte Junioren-Nationalspieler seines Heimatlandes nicht zu einem Profi-Klub in der EU oder der Schweiz wechseln, was er und seine Familie als Diskriminierung von Fußballern aus Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union betrachten.

Die Klage stützt sich auf das Schweizer Kartellrecht und das Wettbewerbsrecht der EU, gegen die die Fifa mit ihren Bestimmungen verstoße. Konkret genannt werden die zwischen der Schweiz und der EU festgehaltene Personenfreizügigkeit, die Freizügigkeit innerhalb der EU und das Recht von Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Ländern auf Nichtdiskriminierung. Da die Mitgliedsstaaten der EU und der Schweiz ohnehin strenge Gesetze zum Schutz junger Arbeitnehmer und Studenten hätten, brauche es, so lautet zumindest die Argumentation, das Fifa-Jugendschutzreglement gar nicht.

Strafen gegen Top-Klubs


Dieses war erlassen worden, um junge Spieler zu schützen, die es in Folge zu keiner Profikarriere schaffen und dann in einem fremden Land vor dem Nichts stünden, während windige Agenten auf Kosten der zerplatzten Träume von Jugendlichen gutes Geld verdienen. Um dies zu verhindern, erlaubt die Fifa Transfers von Minderjährigen zu ausländischen Klubs nur unter bestimmten Voraussetzungen - nämlich dann, wenn die Eltern "aus Gründen, die nichts mit dem Fußball zu tun haben, ihren Wohnsitz im Land des neuen Vereins beziehen", wenn der Wohnsitz zwar in einem anderen Land, aber nicht weiter als 50 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, und wenn der Spieler mindestens 16 Jahre alt ist und der Verein auch für die nicht-fußballerische Ausbildung sorgt.

Im Gegensatz zu früher, als ausschweifende Transfers von Jugendlichen gelebte und mehr oder weniger geduldete Praxis waren, achtet die Fifa seit kurzem genauer auf die Bestimmungen, so hat sie schon große Klubs wie den FC Barcelona, Real Madrid und Atlético wegen Verstößen mit Transfersperren und Geldstrafen belegt. Mit ihren Einsprüchen vor der Fifa-Berufungskommission sowie dem internationalen Sportgerichtshof CAS hatten die Vereine keinen Erfolg, am Ende hatten sie die Strafen aber akzeptiert und auf einen Gang vor ein Zivilgericht verzichtet.

Der Fall des jungen Afrikaners könnte insofern also richtungsweisender für den Fußball generell als für ihn selbst sein. Wenn er in einigen Monaten 18 Jahre alt ist, sieht die Sache ohnehin wieder anders aus.