Hochfilzen. (art) Rückblende: Es ist der 12. März 2005, die Biathlon-Welt zu Gast in Hochfilzen und der Staffelbewerb der Herren auf dem Programm. Die Österreicher haben bis dahin in allen Bewerben enttäuscht, auch bevor Schlussläufer Christoph Sumann in die Loipe geht, stehen die Chancen schlecht. Auf den Schlussmann der Drittplacierten fehlen 25 Sekunden. Doch ausgerechnet beim abschließenden Stehend-Schießen patzt der Weißrusse, muss drei Mal nachladen und in die Strafrunde. Sumann indessen behält die Nerven, jeder Schuss ist, gefolgt von Freudenrufen der 15.000 Fans inklusive einem enthusiasmierten ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel, ein Treffer; danach läuft er die Bronzemedaille, das erste Edelmetall in Hochfilzen für den ÖSV, das erste überhaupt in der Staffel-WM-Geschichte, hinter Norwegen und Russland sicher nach Hause.

"Ich habe mir das ganze Jahr über vorgestellt, wie es sein könnte, als Schlussläufer um eine Medaille zu kämpfen. Die ganze letzte Runde war unbeschreiblich und die Zielgerade Gänsehaut pur", jubelte Sumann, der das letzte Schießen in für ihn typischer Manier kommentierte: "Ich habe mir gedacht: ,Scheißt der Hund drauf‘ und einfach durchgezogen."

Mesotitsch sieht "gute Chance"

Mittlerweile ist Sumann in der Biathlon-Pension, ebenso wie die damals am dritten Platz beteiligten Fritz Pinter und Wolfgang Rottmann. Doch einer aus dem Bronze-Quartett ist immer noch dabei: Daniel Mesotitsch, der schon damals nur durch Zufall zum Biathlon kam, nachdem er beim Heer als Langläufer ausgemustert worden war. Mesotitsch ist heute 40 Jahre alt, die Heim-WM 2005 zwölf Jahre her. Doch die Erinnerungen sind bei dem Kärntner, der am Samstag (14.45 Uhr) gemeinsam mit Simon Eder, Dominik Landertinger und Julian Eberhard in noch unbekannter Reihenfolge in der Staffel an den Start gehen wird, immer noch frisch: "Es war schon damals richtig cool, das behält man natürlich in Erinnerung", sagt Mesotitsch. Ähnlich wie damals sind die Titelkämpfe auch heuer nicht nach Wunsch gelaufen, wenngleich die mannschaftliche Vorstellung im Einzel über 20 Kilometer nicht schlecht war. In der Staffel scheinen die Aussichten für Österreich vor dem abschließenden Massenstart am Sonntag die besten, auch wenn die Konkurrenz mit Titelverteidiger Norwegen, Russland, Deutschland und Frankreich mit Superstar Martin Fourcade enorm groß ist. "Mit ein bisschen Glück ist eine Medaille drin. Wir haben eine sehr gute Chance, jetzt gilt es, die Leistung abzurufen", sagt Mesotitsch. So wie damals halt, am 12. März 2005.