Santiago de Chile. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol sieht sich um Schmiergelder in Höhe von umgerechnet rund 117 Millionen Euro betrogen. Binnen 16 Jahren soll der Betrag von Verbandskonten abgezweigt worden sein, wie aus einer Untersuchung hervorgeht, die am Mittwoch auf dem Verbandskongress in der chilenischen Hauptstadt Santiago vorgestellt wurde. Nach den Angaben landeten 26,9 Millionen US-Dollar (24,69 Millionen Euro) auf zwei Konten des früheren Conmebol-Präsidenten Nicolas Leoz, der auch eine Rolle beim im Zuge der Pleite der Vermarktungsagentur ISL aufgedeckten Schmiergeldskandal spielte. Weitere Millionen seien an bisher Unbekannte überwiesen worden.

Conmebol-Generaldirektorin Monserrat Jimenez kündigte rechtliche Schritte an. Man werde das Geld von Gerichten in Paraguay zurückfordern, wo der Verband seinen Sitz hat. Der Bericht sei auch an die US-Justiz geschickt worden. Mehr als zwei Millionen Dokumente aus den Jahren 2000 bis 2015 waren im Zuge des Korruptionsskandals beim Weltverband Fifa im Auftrag der Conmebol geprüft worden.

Nach Ermittlungen der US-Justiz zur Fifa-Affäre ab Mai 2015 waren mehrere ehemalige Fußballfunktionäre verhaftet worden, weil sie für die Vergabe von Fernsehrechten Schmiergelder angenommen haben sollen. Leoz steht bereits in Paraguay unter Hausarrest. Sein paraguayischer Landsmann und Nachfolger als Conmebol-Präsident, Juan Angel Napout, wurde an die USA ausgeliefert.