Budapest. (rel) Es hat halt nicht sollen sein. Die Österreicher Sabrina Filzmoser und Lukas Reiter sind am Mittwoch bei den Judo-Weltmeisterschaften in Budapest früh ausgeschieden. Die 37-jährige Filzmoser unterlag in der Klasse bis 57 Kilogramm in der ersten Runde der Serbin Jovana Rogić, Reiter in der zweiten Runde der Kategorie bis 73 Kilogramm dem Tadschiken Behruzi Khojazoda. Davor hatte der WM-Debütant den Türken Murat Bektas besiegt. Damen-Bundestrainer Marko Spittka zeigte sich von Filzmosers Performance enttäuscht. "Das war absolut kein Start nach Maß für uns", meinte der Coach nach dem fünften Kampf seines Schützlings mit Rogić. "Sabrina hat zwei taktische Fehler gemacht. Das darf einer so erfahrenen Athletin wie ihr nicht passieren. Tatsächlich waren die Umstände bei der Vorbereitung alles andere als optimal. Die Oberösterreicherin hatte sich auf ihre Piloten-Ausbildung in den USA konzentriert und sich erst im Juni nach Platz drei bei einem Grand Prix in Mexiko für ihr zwölftes WM-Antreten entschieden.

Wie Filzmoser ist auch Reiter durch eine Waza-ari-Wertung unterlegen. Zuvor hatte der 21-jährige Österreicher das Auftakt-Duell mit Bektas per Ippon für sich entschieden. "Den ersten Kampf hat er sehr ordentlich gemacht und ihn mit einem Hebel gewonnen", kommentierte Herren-Bundestrainer Patrick Rusch. "In der zweiten Runde kam er mit seinem Griff nicht durch, der Gegner war leider körperlich überlegen. Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde."

Auch wenn die beiden Niederlagen für die Stimmung im österreichischen Judo-Team nicht gerade förderlich sein dürften, so lebt die Chance, nach sieben Jahren wieder in die Medaillenränge zurückzukehren, dennoch weiter. Eine Überraschung könnte am Donnerstag das Duo Kathrin Unterwurzacher und Magdalena Krssakova (bis 63 Kilogramm) liefern, zählen doch beide laut Spittka zumindest zum erweiterten Kreis der Edelmetallkandidatinnen. Die als Nummer zwei gesetzte Unterwurzacher hat ein Auftakt-Freilos, Krssakova beginnt gegen die Weißrussin Daniela Kazanoi. "Das Level ist sehr hoch. Das sieht man bei dieser Weltmeisterschaft wieder enorm. Wir sind aber auf jeden Fall gut gerüstet", so Spittka.

Auf 78 Kilogramm umgepolt

Gut gerüstet ist auch Bernadette Graf, allerdings ist die heimische WM-Teilnehmerin, die am Freitag in Budapest auf die Matte treten wird, diesmal schwer einzuschätzen. Zwar zählt die 25-Jährige als Olympia-Fünfte von Rio de Janeiro unzweifelhaft zu den Besseren ihres Metiers. Doch sie tritt diesmal nicht wie bei den Spielen 2016 in der Klasse bis 70 Kilogramm an, sondern in der bis 78 Kilogramm. Ursprünglich geplant war dieser "Aufstieg" nicht gewesen. Nach einer im vergangenen Oktober vollzogenen Schulter-Operation war es beim Comeback im Juni der einfachere Weg zurück gewesen, um nach der Verletzungspause Wettkampferfahrung zu sammeln.

Weil die nicht Gewicht machen musste, habe sie dadurch auch keine Energie verloren, meinte Graf. "Dass es gleich so gut funktioniert, habe ich nicht erwartet." Zuletzt hat die dreifache EM-Dritte nicht nur das European-Open-Turnier in Bukarest gewonnen, sondern auch beim Grand Prix in Hohhot in China. Die Wahl fiel damit nicht schwer. Ob es sein soll, dass Graf in die Medaillenränge aufsteigt, wird sich weisen.