Alexander Zverev greift als erster Topspieler ins Geschehen ein. - © Andy Wong/ap
Alexander Zverev greift als erster Topspieler ins Geschehen ein. - © Andy Wong/ap

Wien. Ohne den rekonvaleszenten Titelverteidiger Andy Murray, aber trotzdem mit drei Top-Ten-Stars geht ab Montag das Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle über die Bühne. Zum dritten Mal im Status eines ATP-500-Turniers und mit einer Gesamtdotation von 2.621.850 Euro hat Turnierboss Herwig Straka erstmals neben Dominic Thiem auch Alexander Zverev und Grigor Dimitrow nach Wien gelotst. Nach den Absagen von Murray, Milos Raonic und Tomáš Berdych, die allesamt auf der ATP-Tour 2017 nicht mehr spielen werden, freut man sich in Wien auf das Erscheinen des deutschen Jungstars Zverev sowie des Australian-Open-Halbfinalisten Dimitrow.

Zverev, der am Montag als erster der Stars ins Turnier eingreift (Auslosung am Samstag, 12 Uhr), hat in diesem Jahr schon fünf Titel, darunter die Masters-1000-Events in Rom und Montreal gewonnen. Er ist aktuell Dritter in der Jahreswertung, unmittelbar vor Thiem, und ist wie der Niederösterreicher schon für das ATP-World-Tour-Finale in London qualifiziert. Der Weltranglistenachte Dimitrow steht unmittelbar vor seinem London-Ticket und möchte als Sechster in Wien wertvolle Punkte sammeln. Für Thiem, der zum bereits achten Mal in Wien antritt, wird das Unternehmen "erster ATP-Titel in Österreich" freilich alles andere als ein Kinderspiel. Der 24-Jährige kommt als frisch gebackene Nummer sechs nach Wien und hat sich gerade erst und schon zum zweiten Mal für das Masters in der Londoner O2-Arena qualifiziert. Nach seiner zuletzt mageren Ausbeute in Asien mit drei Niederlagen in ebenso vielen Spielen und auch seit 2013 nur einem Stadthallen-Sieg bei drei Niederlagen gilt es für Thiem, wieder zu seiner Bestform zu finden. "Ich fühle mich jetzt frisch. Ich will einfach wieder gut Tennis spielen, was ich in den letzten Turnieren sicher zu wenig gezeigt habe. Wenn ich das mache, werden die Ergebnisse auch zufriedenstellend sein", hofft Thiem, der am Donnerstag erstmals in der Stadthalle trainierte. Turnierbotschafter Thomas Muster weiß um die Möglichkeiten Thiems in Wien. "Ja, er kann das Turnier gewinnen. Aber in dieser Kategorie als 500er-Turnier hat man einfach andere Gegner, da gibt es keinen Durchmarsch. Man kann auch gegen jeden verlieren", erklärte Muster Anfang Oktober. "Was bleibt, ist dieser Druck, dass man sich zu Hause beweisen will und muss", sagte er im Rückblick auf seine eigene Karriere. "Er behauptet immer, es ist kein Druck, ich behaupte das Gegenteil", meinte Muster, der in der Stadthalle selbst nie gewonnen hat. Gleichzeitig bieten die Stadthalle und der Heimvorteil auch eine Chance. "Die Stadthalle hat eine unglaubliche Atmosphäre. Wenn man dort Leistung bringt und das Publikum sieht, dass es eine Chance gibt, wird man enorm gepusht." Dies darf spätestens ab Dienstag, den die Veranstalter wegen der Ansetzung des Spiels zum "Thiemstag" erklärt haben, von den Fans auch erwartet werden. Als zweiter Österreicher des größten Heimturniers hat Sebastian Ofner eine Wildcard erhalten, aus eigener Kraft schafft aktuell kein ÖTV-Mann den Sprung ins Hauptfeld.

Geballte Aufschlagstärke


Ofner hat in diesem Jahr bei seinem ersten Major- und auch Rasen-Turnier überhaupt mit seinem tollen Lauf aus der Wimbledon-Qualifikation bis in die dritte Runde aufhorchen lassen. Später bestätigte das 21-jährige Talent aus der Steiermark mit dem Kitzbühel-Halbfinale, dass es sich um keinen Ausreißer nach oben gehandelt hat. Neben dem Top-Ten-Trio Zverev-Thiem-Dimitrow haben sich auch Pablo Carreño Busta sowie die US-Aufschlag-Riesen John Isner, Sam Querrey sowie das südafrikanische Aufschlag-Ass Kevin Anderson und Ex-Sieger Jo-Wilfried Tsonga für Wien angekündigt. Die Besetzung kann sich trotz der Konkurrenz mit dem ATP-500-Turnier in Basel, wo Roger Federer das Feld anführt, sehen lassen. Denn in diesem Jahr haben viele Stars ihre Saison schon vorzeitig beendet.