Trikot, wechsel dich: Michy Batshuayi wechselt von Chelsea nach Dortmund, Olivier Giroud von Arsenal zu Chelsea, und Pierre-Emerick Aubameyang von Dortmund zu Arsenal. Foto: afp
Trikot, wechsel dich: Michy Batshuayi wechselt von Chelsea nach Dortmund, Olivier Giroud von Arsenal zu Chelsea, und Pierre-Emerick Aubameyang von Dortmund zu Arsenal. Foto: afp

Dortmund/London. Die Katze war aus dem Sack, da war dieser noch nicht einmal zugeschnürt. Selbst einem Spitzenklub wie dem FC Arsenal und einem erfahrenen Trainer wie Arséne Wenger kann einmal etwas rausrutschen, das noch nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist. Als Wenger am Abend nach dem 1:3 bei Swansea vor das Mikrofon trat, wurde er beiläufig über das Ausmaß seiner Erleichterung über die Tatsache befragt, dass Pierre-Emerick Aubameyang "jetzt ein Arsenal-Spieler" sei. "Das ist eine absolut gute Nachricht", sagte der Franzose darauf und erläuterte: "Wir brauchen Leute, die uns mehr Offensivkraft geben. Im Moment sind wir vorne nicht effektiv genug, und ich bin überzeugt, dass er uns das bringen kann." Das Blöde war nur: Die offizielle Bestätigung durch die beiden an dem Transfer beteiligten Vereine - Arsenal auf der einen, Borussia Dortmund auf der anderen Seite - sollte erst am Mittwoch in der Früh erfolgen.

Der Wechsel des 28-jährigen Gabuners, der nun auch amtlich bestätigt ist, war freilich schon länger eingefädelt worden, Aubameyang selbst hatte seine Abgangsabsichten aus Dortmund nicht wirklich verhohlen und letztlich auch mit Disziplinlosigkeiten durchgesetzt - ähnlich wie Ousmane Dembélé im Sommer seinen nach Barcelona.

Sportlich wollten ihn die Borussen, die als Tabellensechste der deutschen Bundesliga um jedes Tor und jeden Punkt kämpfen, eigentlich nicht ziehen lassen, Trainer Peter Stöger hatte dem Bundesliga-Toptorschützen der vergangenen Saison mehrmals Eskapaden nachgesehen. Wirtschaftlich freilich rechnet sich der Verkauf: 63,75 Millionen Euro spült er in die Kassen des börsennotierten Klubs, der darob auch gleich seine Umsatzprognose für das bis Ende Juni andauernde Geschäftsjahr nach oben revidierte: Demnach erwarten die Schwarz-Gelben einen Gesamtumsatz von deutlich mehr als 500 Millionen Euro, der Jahresüberschuss werde im "mittleren zweistelligen Millionenbereich" liegen.

Im Zusammenhang mit dem Aubameyang-Wechsel kam jedenfalls noch einmal Bewegung in den Markt: Die Borussia lieh den 24-jährigen Michy Batshuayis vorerst bis Saisonende von Chelsea aus, die Blues wiederum holten Olivier Giroud von Arsenal für eineinhalb Jahre - nur ein Beispiel, welche Dynamik ein Abschluss auslösen kann.

Die aktuellen Gesamtzahlen über diese Transferperiode, in der es traditionsgemäß nicht ganz so heiß herging wie stets im Sommer, sind noch nicht bekannt, klar ist indessen schon jetzt, dass sich der Trend fortsetzt, wonach die Klubs der finanzkräftigen englischen Liga am meisten in neue Spieler investieren. Im Gesamtjahr 2017, in dem laut dem am Mittwoch veröffentlichten Global Transfer Market des Weltfußballverbandes Fifa weltweit Transfers mit einem neuen Rekordvolumen von 6,37 Milliarden Dollar (5,14 Milliarden Euro) getätigt wurden, lagen die Premier-League-Vertreter mit 1,6 Milliarden Dollar (1,29 Milliarden Euro) deutlich an der Spitze; gefolgt von Frankreich, das als Großeinkäufer Paris Saint-Germain und als teuersten Spieler den 222-Millionen-Euro-Mann Neymar hat, mit 860 Millionen Dollar (694 Millionen Euro). Die Spanier und Deutschen gaben jeweils knapp unter 600 Millionen Euro aus.