Planica. Rechtzeitig zum Saisonabschluss kommt Gregor Schlierenzauer doch noch in Topform: Der Weltcup-Rekordsieger, der in dieser Saison meist hinterhergehupft und bei Olympia noch von Cheftrainer Heinz Kuttin kritisiert worden ist, hat am Donnerstag in der Qualifikation für den Skiflug-Weltcup in Planica mit 253,5 Metern den Weltrekord von Stefan Kraft egalisiert, musste aber nach der Landung mit beiden Händen in den Schnee greifen. Daher zählt die Weite nicht als Bestmarke. Der Tiroler klassierte sich als bester Österreicher an der zehnten Stelle. Die Qualifikation gewann Johann André Forfang; aus Österreich schafften es neben Schlierenzauer Manuel Fettner, Kraft und Daniel Huber in den ersten Bewerb am Freitag (15 Uhr). Obwohl die Qualifikation wegen wechselnder Bedingungen nicht als Maßstab dient und die Landung missglückt ist, war Schlierenzauer, dessen persönliche Bestmarke bei 243,5 Metern liegt, beinahe euphorisch. "Ein unglaublicher Flug", meinte der 28-Jährige. "Der Sprung war sehr konsequent vom Tisch. Ich bin auf die Welle gekommen, mir hat es die Latten um die Ohren geschlagen, aber ich bin draufgeblieben, und dann war es schon sehr flach", sagte Schlierenzauer und gab zu, auch Glück mit dem Aufwind gehabt zu haben. Auch Kraft, der mit 213 Metern an der 22. Stelle landete, war mit der Qualität seines Fluges nicht unzufrieden, bei Rückenwind sei aber keine große Weite möglich gewesen. "Ich habe um jeden Meter gekämpft, es war kein Genuss", erklärte der 24-Jährige. "Aber ich bin froh, dass ich dabei bin, denn anderen ist es nicht so gut gegangen." Über den Flug Schlierenzauers meinte Kraft, der seine Rekordweite in Vikersund gestanden hatte: "Dort wo er gelandet ist, ist es schon sehr flach. Hut ab, dass er da vorne geblieben ist."

Schlierenzauer, dessen 53. und bisher letzter Weltcupsieg mehr als drei Jahre zurückliegt, bewies immerhin, dass ihm sein früher oft gepriesener Killerinstinkt nicht abhandengekommen ist. "Ich habe es im Kopf, wenn ich das Gefühl habe, dass es weit geht, musst du durchziehen.", erklärte der Tiroler, der vor genau zehn Jahren den Einzel-WM-Titel im Skifliegen geholt hatte.