Austin/Wien (art) Ein Sturz in der Qualifikation, eine Strafversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung - weder das eine noch das andere vermochte Marc Márquez auf seinem Weg zu seinem sechsten Triumph beim MotoGP in Austin, seinem zehnten Sieg in den USA insgesamt, zu bremsen. Der 25-jährige Spanier setzte sich am Sonntag in der ersten Runde gemeinsam mit dem Italiener Andrea Iannone an die Spitze, baute die Führung, die er zwischendurch nur für wenige Meter an den Suzuki-Piloten abgeben musste, kontinuierlich aus und brachte sie schließlich sicher vor seinem Landsmann Maverick Viñales, Iannone und Valentino Rossi über die Ziellinie.

Danach sammelte er sogar noch einige Sympathiepunkte, als er die Ehrenrunde mit der Fahne des im Vorjahr verstorbenen Ex-Weltmeisters Nicky Hayden absolvierte. Wenn Hayden seinem Spitznamen nach das "Kentucky Kid" war, so darf sich Márquez zurecht "Rodeo Driver" nennen - und das aus mehreren Gründen. Zum einen scheint der Auf-und-Ab-Kurs in Austin mit den Wellen, die manche abschätzig als "Sprungschanzen" bezeichnen, wie geschaffen für ihn und seine Honda; zum anderen verläuft auch diese noch junge Saison für den Mann, der in seinen fünf vollen MotoGP-Saisonen bisher viermal den Titel geholt hat, wie eine Hochschaubahn.

Vor zwei Wochen in Argentinien hatte er die Gemüter mit seiner aggressiven Fahrweise derart erhitzt, dass der schwelende Konflikt mit Rossi eskaliert war. "Der Kerl macht unseren Sport kaputt", hatte der italienische Altstar geschimpft. Und: Er müsse schon Angst haben, wenn er Márquez’ Namen nur auf der Startliste sehe. Eine Aussprache in Austin kam nicht zustande, dafür aber eine Sitzung mit den Verantwortlichen, die auch für die in zwei Wochen in Jérez startende Europa-Saison Folgen haben wird: Riskante Manöver werden künftig härter bestraft. Von manchen geäußerte Sorgen, die Rennserie könnte überreglementiert werden, teilen die Fahrer nicht; Jorge Lorenzo meinte: "Die Formel 1 ist weit weniger riskant, dort wird viel härter gestraft." Selbst Márquez hat keine Probleme damit: "Ich habe das mit der Strafe ja im Qualifying ausprobiert", meinte er. Geschadet hat es ihm nichts. Vorerst.

MotoGP in Austin

1. Márquez (Sp/Honda)41:52,002
2. Viñales (Sp/Yamaha)+3,560
3. Iannone (Ita/Suzuki)+6,704
Weiters:
4. Rossi (Ita/Yamaha)+9,587
13. P. Espargaro (Sp/KTM)+37,264
16. Smith (GB/KTM)+48,475

WM-Stand nach 3 von 19 Bewerben

1. Dovizioso (Ita/Ducati)46 Punkte
2. Márquez 45
3. Viñales 41