Innsbruck. Der Australier Rohan Dennis hat am Mittwoch bei den Rad-Weltmeisterschaften in Innsbruck die Goldmedaille im Einzelzeitfahren gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich nach 52,5 Kilometern von Rattenberg nach Innsbruck 1:21,09 Minuten vor dem niederländischen Titelverteidiger Tom Dumoulin durch, Dritter wurde der Belgier Victor Campenaerts mit 2:04,58 Minuten Rückstand. Für die Österreicher wurde es nichts mit dem erhofften Top-Ten- oder gar Medaillenrang. Als bester heimischer Fahrer bot Matthias Brändle zwar eine ansprechende Leistung, mit 4:31,20 Minuten Rückstand war er im Endeffekt aber als 19. doch weit vom Stockerl entfernt. Georg Preidler landete mit 6:12,60 Minuten Rückstand auf dem 36. Rang.

Nicht viel höher sind die Erwartungen beim Straßenrennen der Junioren am Donnerstag (14.40 Uhr/ORF Sport+), bei dem Martin Messner und Jakob Reiter Österreichs Fahnen hochhalten wollen. Die beiden Steirer sind zwar laut Nationaltrainer Jure Pavlic gut in Form, allerdings klagt der österreichische Verband ÖRV derzeit zahlen- und leistungsmäßig über etwas schwächere Jahrgänge. "Wie andere Verbände auch haben wir Schwierigkeiten, junge Leute zu finden, die Potenzial haben", sagte Generalsekretär Rudolf Massak der Austria Presse Agentur. So war Österreich im WM-Zeitfahren der Juniorinnen gar nicht vertreten. Dass man bei der WM in Tirol im Junioren-Bereich nicht mit Spitzenplatzierungen aufwarten könne, sei schon bei der Vergabe absehbar gewesen, sagte Massak. "Wir können niemanden aus dem Hut zaubern." So gesehen sei die Heim-WM einige Jahre zu früh gekommen. Die Prioritäten innerhalb des Verbandes gehen im Nachwuchs, für den auch nicht genug finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, in Richtung Bahn und Mountainbike. Dies sei allerdings ein internationaler Trend: Kaum ein Kind komme direkt zum Straßenradsport, sagte Massak. Der Grund seien vor allem Sicherheitsbedenken. "Die Eltern scheuen sich, die Kinder bei diesen Verkehrsverhältnissen auf die Straße zu schicken." Das bestätigt auch WM-Teilnehmerin Barbara Mayer, deren zehnjähriger Sohn Mountainbike-Sport betreibt.

Eine Mountainbikerin als Hoffnungsträgerin


Über diese Schiene gelangte auch Laura Stigger zur WM, die im Juniorinnen-Rennen, an dem für Österreich auch Tina Berger-Schauer, Hannah Streicher und Katharina Kreidl teilnehmen, für eine Überraschung für die Gastgebernation sorgen könnte. Stigger ist im Cross-Country-Bewerb zweifache Weltmeisterin der Juniorinnen, exakt drei Wochen nach dem jüngsten Titelgewinn tritt die Ötztalerin am Donnerstag (9.10 Uhr/ORF Sport+) mit dem Rennrad zum Nachwuchsrennen an. Stigger werden Chancen auf einen Top-Platz zugebilligt. Auf dem Mountainbike gibt die 18-Jährige in den Nachwuchsklassen seit Jahren den Ton an. Sie holte heuer ihren fünften EM-Titel in Serie und triumphierte wie 2017 bei der WM. An den Straßen-Titelkämpfen in ihrer engeren Heimat kam die Schülerin aber nicht vorbei. "Die WM war schon vor dem Saisonbeginn im Hinterkopf, da wollte ich unbedingt dabei sein", sagte Stigger. Die Qualifikation schaffte sie beim bisher einzigen Antreten auf einem Rad Mitte März mit einem 14. Platz in einem Nationencup-Rennen. Druck habe sie keinen. "Ich habe schon einen Titel. Ich bin nicht die Favoritin, was rauskommt, kommt raus", erklärte Stigger, der die schwierige 71,7-Kilometer-Strecke über die Steigungen nach Gnadenwald und auf der Olympia-Runde nach Igls aber entgegenkomme. "Das ist ein Kurs, den nicht so viele gewohnt sind."