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Update: 06.12.2018, 10:38 Uhr

Kegeln

"Harmonie zwischen Körper und Geist"




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Von Stefan Mayer

  • Kegeln erfreut sich großer Beliebtheit. Das Spiel kann nicht auf eine Wirtshausgaudi reduziert werden.



Harald Artner.

Harald Artner.© Stefan Mayer Harald Artner.© Stefan Mayer

Wien. Österreich ist ein Kegelland, ob am Land oder in der Stadt, dem "Scheiben" wird gerne nachgegangen. Manche betreiben das Spiel - vor allem jetzt, in der kalten Jahreszeit - gemütlich im Wirtshaus, doch für 4640 Spielerinnen und Spieler, die den 300 Vereinen angehören, die Mitglieder des österreichischen Sportkegel- und Bowlingverbandes (ÖSKB) sind, ist es mehr als nur ein Spiel zum Zeitvertreib. Es ist ein Sport, der intensives Training erfordert und zeitaufwendig ist. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt Generalsekretär Harald Artner (Verbandspräsident Wilhelm Binder konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen), worauf man alles verzichten muss, wenn man der Elite angehört, weshalb der Sport an Überalterung leidet und wie die Vorbereitung auf die Team-WM im kommenden Jahr läuft.

"Wiener Zeitung": Gibt es eine Essenz des Kegelns?

Harald Artner: Es ist ein sehr interessanter Sport, wenn man ihn mal begonnen hat auszuüben. Es braucht sicher eine gewisse koordinative Fähigkeit. Was aber meistens unterschätzt wird: Kegeln ist zu 90 bis 95 Prozent Kopfsache. Eine Bewegung ist erlernbar, auch wenn sie keine leichte wie in unserem Fall ist, denn es braucht Koordination zwischen Füßen, Hand und Oberkörper. Doch es ist immer ein direktes Duell gegen einen Gegner, gegen eine Gegnerin, und erfordert daher ebenso hohe Konzentration. Daher finde ich, die Essenz des Kegelns ist eine Verbindung aus Körperkontrolle und mentaler Stärke.

Wie kommt man vom klassischen "Wirtshauskegeln" zum Sportkegeln?

Das stimmt gar nicht mehr. Bei uns im Verband haben wir nur noch Sportkegler. Es ist mittlerweile so, dass, wenn jemand beginnt, er in einem Verein zu kegeln beginnt. Natürlich sind teilweise Vereine in Wirtshäusern angesiedelt, weil dort die Kegelbahnen untergebracht sind. Diese Bahnen müssen aber den technischen Bestimmungen des ÖSKB entsprechen, um am Meisterschaftsbetrieb teilzunehmen. Es gibt allerdings auch noch eigene Ligen für Werkssportvereine und Pensionisten, die haben aber nichts mit unserem Verband zu tun. Trotzdem versuchen wir, diese Vereine besser einzubinden.

Welche Vorurteile gibt es gegenüber Sportkeglern und Sportkeglerinnen?

So klassische Vorurteile gibt es eigentlich nicht, das Einzige, was wir immer wieder zu hören bekommen - von Leuten, die sich mit der Materie nicht so auseinandersetzen -, ist, dass der Kegelsport ein Wirtshaussport sei und dass es nicht mit Training und Wettkampf verbunden sei. Wir sind auch damit konfrontiert, wenn ab und zu das Fernsehen vorbeikommt, dass drei Minuten Kegeln gezeigt wird, aber dazwischen mit der Kamera auch auf das Publikum geschwenkt wird - und die dann gerade essen oder etwas trinken. Da sind wir natürlich nicht sehr erfreut, wenn das die Medien so machen, weil es uns natürlich nicht hilft, von dem Image wegzukommen.




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Schlagwörter

Kegeln, ÖSKB, Harald Artner

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-05 17:07:45
Letzte Änderung am 2018-12-06 10:38:34


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