• vom 14.01.2019, 17:25 Uhr

Mehr Sport

Update: 14.01.2019, 22:11 Uhr

Handball-WM

"Warum ist das Tempo nicht da?"




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Handball-WM: Coach Jóhannesson und Sportchef Fölser hadern mit der WM-Teamperformance.

Österreich hat sich im Match gegen Chile blamiert. Dem Trainer gibt das sehr zu denken.

Österreich hat sich im Match gegen Chile blamiert. Dem Trainer gibt das sehr zu denken.© afp/Nackstrand Österreich hat sich im Match gegen Chile blamiert. Dem Trainer gibt das sehr zu denken.© afp/Nackstrand

Herning. (apa) Norwegen war für Österreich bei der Männer-Handball-WM in Deutschland und Dänemark wie erwartet eine Nummer zu groß gewesen. Der Turnier-Mitfavorit feierte am Montag in Herning gegen die ÖHB-Auswahl einen 34:24-Erfolg. Für die Österreicher war es die zweite Niederlage im dritten Gruppe-C-Spiel. Weiter geht es für das Team von Teamchef Patrekur Jóhannesson nun am Dienstag gegen Dänemark.

Die Österreicher präsentierten sich nach der bitteren 24:32-Pleite gegen Chile am Samstag deutlich verbessert und hielten die Partie bis zur Pause ziemlich offen, lagen da nur 13:16 zurück. Doch nach dem Seitenwechsel bauten die Norweger ihre Führung weiter aus.


Teamchef: "Nach ein paar Minuten waren wir weg"
Nach der "peinlichen" Vorstellung gegen Außenseiter Chile rätselte auch Jóhannesson, warum sich seine Truppe gegen die Südamerikaner eine derartige Blamage leistete. Technische Fehler, Stürmerfouls, in der Abwehr "immer zu spät", ein Leistungsabfall von Goalie Kristian Pilipovic im Vergleich zum Tag davor, kaum erfolgreiche 1:1-Situationen - die Mängelliste war denkbar lang. "Nach ein paar Minuten waren wir weg. Da muss sich jeder selbst fragen, warum", so Jóhannesson. "Ist das Druck, Angst zu verlieren, oder schätzen wir uns einfach höher ein? Warum ist das Tempo nicht da? Ist das Müdigkeit?" Die Antworten kennen wohl nur die Spieler selbst.

In dieselbe Kerbe schlug auch ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser. Seine Kritik galt vor allem der österreichischen Abwehr. "Die 6:0-Deckung passt nicht hundertprozentig", sagte Fölser, mit 218 Partien Österreichs Rekord-Feldspieler. "Da waren wir schon deutlich weiter." Ein Umstand, der auch dem Ausfall von Alexander Hermann geschuldet sei, der kurz vor dem Turnier mit einer Fußverletzung w.o. geben musste. "Momentan verlieren wir zu viele 1:1-Duelle. Die Absprachen müssen besser werden. Das ist aber kein Dauerproblem", meinte Fölser. Und: "Wir brauchen einen Abwehrchef, der von hinten steuert. Wir haben schon die Typen dafür, aber die Rollen müssen erst noch ausgeprägter werden", so Fölser. Überhaupt sei eine "gesunde" Hierarchie innerhalb der Truppe noch im Wachsen begriffen. Es ist nach der glücklosen EM 2018 erst die zweite Endrunde der Auswahl in ihrer aktuellen Form, gestandene Leitwölfe gibt es nicht. Nicht zuletzt von Aushängeschild Nikola Bilyk dürfe man noch nicht zu viel erwarten. "Sicher spielt er bei Kiel, aber er ist dennoch erst 22. Auf ihn kommt viel zu", erklärte Fölser. Ausfälle könne man sich kaum leisten, auch wenn die Breite im Kader in den vergangenen Jahren etwas größer wurde. "Verletzungen treffen uns eben härter. Wir können nicht den Telefonhörer in die Hand nehmen, und es kommt dann wie bei den Norwegern ein Harald Reinkind von THW Kiel", sagte Fölser, der am Sonntag ebenfalls eine Nachnominierung vornehmen musste. Der 42-Jährige rief aber nicht in Kiel an, sondern in Graz. Von dort kommt nun Daniel Dicker - und der hat kein einziges Länderspiel am Konto.

Sportchef: "Diese Mannschaft hat noch viel Potenzial"
Das Ende der Fahnenstange sei jedenfalls nicht erreicht. "Diese Mannschaft hat noch viel Potenzial. Da sehe ich das Ende auch nicht 2020", sagte Fölser. Schließlich habe man ja schon in der jüngsten Vergangenheit gezeigt, "dass wir wirklich gut Handball spielen können", meinte er rückblickend auf das erfolgreiche WM-Qualifikations-Play-off gegen Weißrussland.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-14 17:38:25
Letzte Änderung am 2019-01-14 22:11:25



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Hirscher führt ÖSV-Dreifachsieg an
  2. Kaltstart in den Europacup
  3. "Wir konnten es nicht glauben"
  4. Schlierenzauer nicht für WM nominiert
  5. Rapid schlägt Harterg
Meistkommentiert
  1. Rapid-Fans legen Beschwerde ein
  2. Marcel Hirscher ist krank
  3. ÖSV-Damen ohne Medaille
  4. Rückschlag für ÖSV-Team im Willingen
  5. Rapid schlägt Harterg

Werbung




Werbung