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Update: 01.02.2019, 15:05 Uhr

Social Media

Der Klick für den Werbe-Kick




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Von Tamara Arthofer

  • Sportler kreieren ihr "digitales Ich" höchst professionell. Ihre Reichweite dient einer gigantischen Wirtschaftsindustrie.

Meisterinnen der Inszenierung: Stars wie Ragnhild Mowinckel, Sofia Goggia und Lindsey Vonn. - © Quelle: afp, adobe stock

Meisterinnen der Inszenierung: Stars wie Ragnhild Mowinckel, Sofia Goggia und Lindsey Vonn. © Quelle: afp, adobe stock



"Glückwünsche an die beste Frau, die Gott mir auf meinen Weg gegeben hat", dazu ein Foto von Cristiano Ronaldo mit seiner Ehefrau im Sonnenuntergang. Klick. Lewis Hamilton in einem schnittigen Mercedes-Werbevideo, gefolgt von Hamilton bei seinem, wie der Formel-1-Weltmeister schreibt, "Lieblingssport" - beim Wellenreiten mit Surf-Ikone Kelly Slater. Klick. Klick. Die derzeit verletzte Lindsey Vonn auf einem Bild aus glücklicheren Ski-Tagen mit und einer Hommage an ihren Kollegen Aksel Lund Svindal, der soeben wegen anhaltender Knieprobleme sein Karriereende bekannt gegeben hat. Klick. Klick. Klick.

Wer prominenten internationalen Sportlern auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. folgt, wurde in den vergangenen Tagen (und nicht nur da) überschwemmt von einer Flut an Fotos, Postings und - ja, auch Gedanken - dieser Art, mit denen sie oder ihre Social-Media-Armaden ihren Millionen Followern einen Schlüsselloch-Blick in ihren Alltag gewähren. Fein durchgetaktet wechseln einander sportlich oder für Sponsoren relevante Postings mit zumindest scheinbar privaten Einblicken ab. Die Sehnsucht der Anhängerschaft nach Nähe, bisweilen hart an der Grenze zum Voyeurismus angesiedelt, will ebenso befriedigt werden wie das geschäftliche Interesse. Denn das ist im Fall von Sportlern auf Social Media mittlerweile ein gigantischer Zweig.



Die Zahlen zeigen, warum: 76,4 Millionen Follower hat Cristiano Ronaldo alleine auf Twitter. Für seine Sponsoren und Partner erschließt sich dadurch ein Werbemarkt, den man sonst wohl nie erreichen würde - und das, ohne besonders viel dazu beitragen zu müssen. Auch für Vereine wird die digitale Reichweite ihrer Sportler zunehmend relevanter. Die Rechnung ist so banal wie einleuchtend: Aufgrund der suggerierten Nähe zu einem Individuum aus Fleisch und Blut sowie des diesem anhaftenden Heldenimage folgen Fans eher ihren Idolen als einem trotz aller Projektionen vergleichsweise blutleeren Verein. Wird dieser im Laufe einer Karriere gewechselt, nimmt der Sportler seine Anhänger freilich auf seine virtuelle Reise mit. So kommen auch Menschen, die sich nicht unmittelbar einem speziellen Klub (und ausschließlich dem) verschrieben haben, unweigerlich durch die Aktivitäten ihres Stars mit dessen jeweiligen Arbeitgeber in Berührung. Der Einfluss kann beträchtlich sein, bedenkt man, dass etwa der langjährige Real-Madrid- und nunmehrige Juventus-Star Ronaldo alleine auf Twitter mehr als zehn Mal mehr Menschen erreicht als sein jetziger Klub - und fast so viele wie jene drei Klubs zusammen, die diese Wertung auf Vereinsebene anführen: die globalen Marken Real Madrid, FC Barcelona und Manchester United.

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Dokument erstellt am 2019-01-31 17:20:48
Letzte Änderung am 2019-02-01 15:05:43



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