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Update: 01.02.2019, 17:57 Uhr

Schwimmverband

Schwimmen vor Gericht




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Von Karl Ettinger

  • Gegen sieben Ex-Funktionäre des Schwimmverbandes wurde Anklage erhoben.

In der Affäre im Schwimmverband liegt einiges noch unter der Oberfläche. - © afp/getty/Jared C. Tilton

In der Affäre im Schwimmverband liegt einiges noch unter der Oberfläche. © afp/getty/Jared C. Tilton

Wien. Nicht Österreichs Schwimmer, sondern die Affäre um ehemalige führende Persönlichkeiten in Österreichs Schwimmverband (OSV) schlägt jetzt hohe Wellen. Wie die Staatsanwaltschaft Wien der "Wiener Zeitung" erklärte, steht fest, dass gegen sieben Personen Anklage erhoben wurde. Gegen einen Großteil der Beschuldigten in der Causa wurden die Ermittlungen hingegen eingestellt. Die Anklagen sind noch nicht rechtskräftig. Alles dreht sich um mögliche Missbräuche von Fördermitteln in den Jahren 2006 bis 2013.

Sieben Angeklagte - für alle gilt die Unschuldsvermutung - müssen sich vor Gericht verantworten. Der Hauptvorwurf betrifft den Verdacht des schweren Betrugs. Nach dem Auffliegen der Affäre hat der Schwimmverband in einer Aussendung berichtet, von 2006 bis 2013 dürfte systematischer Förderbetrug in größerem Ausmaß erfolgt sein. Unter Berufung auf Untersuchungen der Staatsanwaltschaft verwies der Verband auf Indizien, dass die früher als Generalsekretär beziehungsweise Finanzreferent tätigen Thomas Gangel und Walter Benesch dafür verantwortlich gewesen sein könnten. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Unter den Angeklagten befindet sich der ehemalige Kurzzeit-Präsident des Schwimmverbandes, Christian Meidlinger, SPÖ-Politiker und Vorsitzender der Daseinsgewerkschaft younion (früher Gemeindebedienstete). Dessen Name ist via "Kronen Zeitung" publik geworden. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte, dass gegen ihn Anklage eingebracht wurde. In seinem Fall geht es um den Vorwurf der Beitragstäterschaft zu schwerem Betrug.

Ex-Präsident Meidlinger wehrt sich gegen Vorwurf

Meidlinger (55), auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung, beteuerte, er habe "von dieser Geschichte nichts gewusst". Er habe vielmehr mit Hilfe von externen Prüfern alles aufdecken wollen.

Die Vorgänge in Österreichs Schwimmverband hatten zur Folge, dass es innerhalb von nicht einmal drei Jahren drei Präsidenten gab. Meidlinger hat das Amt nach knapp elf Monaten aus persönlichen Gründen entnervt zurückgelegt.

Sein Pressesprecher in der Gewerkschaft, Ronald Pötzl, betonte via Austria Presse Agentur am Freitag, Meidlinger sei in der Anklage damit konfrontiert, dass er von einer fingierten Rechnung aus dem Jahr 2012 damals Kenntnis hätte haben müssen. "Er hat nichts davon gewusst", versichertet Pötzl. Es sei aber gut, wenn das nun aufs Tapet komme.

Ähnliches sagt Arno Pajek, der seit 4. März 2016 Präsident des Schwimmverbandes ist. "Wir sind froh, dass die Sache endlich erledigt werden kann. Wir werden zu jeglicher Aufklärung beitragen. Der OSV steht für einen sauberen Sport."

In die gleiche Kerbe schlägt Vizekanzler Sportminister Heinz-Christian Strache. "Wir sind an einer Aufklärung interessiert", wurde in seinem Büro betont: "Jetzt ist die Justiz am Zug. Wir wollen ein laufendes Verfahren nicht kommentieren."

"Wir sind höchstinteressiert, dass Vorkommnisse in der Vergangenheit ordentlich aufgearbeitet werden", erklärte auch der Präsident der Bundessportorganisation, Rudolf Hundstorfer, der "Wiener Zeitung". Für die Zukunft habe man bereits "Lehren gezogen". Für ihn sei es aber vor allem "befremdlich", dass eine Zeitung die Anklage schon vor Meidlinger, der lediglich Nebenangeklagter in der Causa sei, in Händen gehabt habe.





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Dokument erstellt am 2019-02-01 17:53:50
Letzte Änderung am 2019-02-01 17:57:37



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