Inzell. Die Tiroler Eisschnellläuferin Vanessa Herzog hat sich am Freitag in Inzell zur Weltmeisterin gekrönt. Die 23-Jährige gewann bei den Einzelstrecken-Titelkämpfen den Titel über 500 Meter. In 37,12 Sekunden drückte Herzog in ihrer Haupt-Trainingshalle den Bahnrekord um sechs Hundertstel und ihren nationalen Rekord um elf Hundertstel. Es ist das dritte Eisschnelllauf-Gold und die zehnte WM-Medaille für Rot-Weiß-Rot. Herzog beendete mit ihrem bisher größten Triumph auch die Siegesserie von Nao Kodaira. Die Japanerin hatte davor über die Distanz 37 Rennen en suite gewonnen. Diesmal musste sich die im letzten der zwölf Paare gelaufene Kodaira um acht Hundertstel geschlagen geben. Dritte wurde mit Konami Soga eine weitere Japanerin. Am Samstag (13.15 Uhr/ ORF Sport+) hat Herzog über die 1000 Meter eine weitere Medaillenchance. Mit ihrer Medaille trug sich die Österreicherin jedenfalls in die Annalen ein. Von den bisher neun Stockerlplätzen eroberte Emese Hunyady mit deren sechs zwei Drittel, drei davon auf Einzelstrecken. Ihr 1500-Meter-Bronze 2000 in Nagano war die bisher letzte Medaille für Österreich. Die übrigen WM-Stockerlplätze gab es auf Herren-Ebene.

Bisher knapp an Metall vorbei

Bisher war Herzog bei über-kontinentalen Titelkämpfen der allgemeinen Klasse wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften einige Male knapp an einem Medaillengewinn dran gewesen, hat aber einen solchen eben stets verpasst. Sehr knapp lief es für die Tirolerin vor fast einem Jahr bei Olympia in Pyeongchang ab, wo sie als Vierte über 500 Meter 0,17 Sekunden hinter Bronze blieb. Bei Rang fünf über 1000 Meter fehlten Herzog bei ihren zweiten Spielen 49 Hundertstel.

Auf WM-Ebene liegt ihr bisheriges Maximum bei Einzelstrecken-Titelkämpfen mit Rang vier bereits drei Jahre zurück, im russischen Kolomna 2016 war Herzog über 1000 Meter eine halbe Sekunde hinter Rang drei. In Heerenveen 2015 wurde die Wahl-Kärntnerin im Massenstart Fünfte. Bei beiden Titelkämpfen kam Herzog auf noch insgesamt fünf weitere Top-Ten-Plätze, wogegen es in der für sie schwächeren Saison 2016/17 in den klassischen Disziplinen lediglich zu den Platzierungen 15 (500 Meter) und 20 (1000 Meter) gereicht hat. Im Massenstart wurde sie Neunte.

Vier ihrer gesamt sechs Weltcupsiege hat die Sprint-Europameisterin in diesem Winter geholt, wobei einem 1000-Meter-Sieg im November in Obihiro zwei 500er-Siege im Dezember in Tomaszów Mazoviecki in Polen, einer am vergangenen Wochenende in Hamar folgten.