Wien. (rel) Autos und Flugzeuge - sie bildeten und bilden bei Andreas Nikolaus Lauda, wie der "Mann mit der roten Kappe" mit vollem Namen heißt, den sportlichen und beruflichen Mittelpunkt. Als dreifacher Formel-1-Weltmeister und jahrzehntelanger Flugunternehmer zählt Niki Lauda gemeinsam mit Arnold Schwarzenegger wohl zu den weltweit bekanntesten lebenden Österreichern. Am Freitag feiert Lauda, ein halbes Jahr nach einer Lungentransplantation, seinen 70. Geburtstag.

Und es ist ein langes und spannendes Leben, auf das der am 22. Februar 1949 in Wien als Sohn einer Industriellenfamilie geborene Rennfahrer, Airliner und Manager zurückblicken darf. Dass er sich wegen seiner Motorsport-Leidenschaft mit einem Teil der wohlhabenden Familie überwarf, konnte die letztlich größte heimische Motorsport-Laufbahn nicht verhindern. Lauda finanzierte sich über Bankkredite selbst und legte eine von Rundstreckenrennen über die Formel 3 und Formel 2 bis in die Formel 1 führende Karriere hin. In der Königsklasse debütierte er im August 1971 als 21-Jähriger in einem March-Ford auf dem Österreichring. Lauda kam zwar nicht ins Ziel, dennoch markierte dieses Rennen den Beginn einer einzigartigen Karriere - mit dramatischem Feuer-Unfall 1976 und drei Weltmeistertiteln 1975, 1977 und 1984. Eine Karriere, der Lauda nach seinem Rücktritt 1985 ("Ich habe es satt, im Kreis zu fahren") eine wirtschaftliche Laufbahn als Flugunternehmer folgen ließ.

Es sind neben den 25 Grand-Prix-Siegen in der Formel 1 sowie den unternehmerischen Erfolgen aber vor allem auch die dramatischen Ereignisse, die Lauda zu einer Ausnahme-Erscheinung gemacht haben. Besonders eben der schwere Feuerunfall am 1. August 1976 auf dem Nürburgring, nach dem der Weltmeister dennoch 42 Tage später in Monza schon wieder am Start war. Um die Unfallnarben am Kopf zu verdecken, begann er, eine rote Kappe aufzusetzen. Eine weitere dunkle Stunde erlebte Lauda 1991 mit dem Absturz einer Lauda-Air-Maschine in Thailand. Ende 2000 zog sich der Unternehmer, der der Königsklasse als Rennleiter, Teamchef, Aufsichtsrat und TV-Kommentator erhalten blieb, aus dem Airline-Geschäft zurück. Die Lauda Air wurde 2001 von der AUA geschluckt. Es folgten zwei weitere Gründungen - Niki (2004) und Laudamotion (2017) -, denen aber kein allzu großer Erfolg beschieden war.

"Er kämpft wie ein Löwe"

Seit 2008 ist Niki Lauda mit der ehemaligen Flugbegleiterin Birgit Wetzinger liiert. Der Ehe entstammen die 2009 geborenen Zwillinge Max und Mia. Laudas Söhne Marlene Knaus, Lukas und Mathias (aus erster Ehe), sind ebenfalls im Motorsport und/oder im Management aktiv. Birgit spendete Lauda 2005 eine zweite Niere. Die erste hatte er - als eine Folge des Feuer-Unfalls - 1997 von Bruder Florian transplantiert bekommen. Offenbar wusste Lauda über die Schwere seiner aktuellen gesundheitlichen Probleme, als er im Juli 2018 wegen eines Virus’ seinen Ibiza-Urlaub abbrach, sich in ärztliche Behandlung begab und aufgrund lebensgefährlicher Komplikationen einer Lungen-Transplantation im AKH unterziehen musste. Aus seinem Umfeld hieß es am Mittwoch, er sei auf dem Weg der Besserung: "Er kämpft wie ein Löwe. Er will so schnell wie möglich ins normale Leben zurück." Vielleicht wird ihm ja dieser Wunsch zum 70er erfüllt.