• vom 06.04.2005, 00:00 Uhr

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Update: 08.04.2005, 16:53 Uhr

Squash: Pamela Pancis ist und bleibt auf nationaler Ebene allein auf weiter Flur

Mit viel Spaß zum 15. Meistertitel




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Von Marcel Weigl

  • In keiner anderen Sportart teilen sich zwei Spieler einen so engen Raum. In keiner anderen Sportart sind die Regeln so undurchschaubar, und in keiner anderen Sportart in Österreich dominiert eine Person schon so lange die Szene wie im Squash. Im Spazierengehen holte sich Pamela Pancis letztes Wochen-ende bei den 27. Squash-Staatsmeisterschaften in Wien Oberlaa den Titel und vergrößerte damit ihre Medaillensammlung auf nationaler Ebene auf 15. Bei den Herren gewann der Titelverteidiger Andreas Fuchs seinen zweiten Staatsmeistertitel.

Beide Sieger gaben im Turnierverlauf nicht einen einzigen Satz ab, wobei es allerdings die Salzburgerin Pancis leichter hatte, da lediglich elf Frauen am Start waren. "Viele Damen wollen sich wettkampfmäßig nicht messen", so Verbandspräsident Mag. Michael Khan. Dass nur wenige mit Pancis ein Spielchen wagen ist verständlich, denn sogar das Finale glich einer knapp 20-minütigen Hinrichtung. Die 19-Jährige nicht ganz durchtrainierte Birgit Coufal unterlag 0:9, 0:9, 2:9, möchte aber dennoch Profi werden. Etwas, wovon das Ausnahmetalent Pancis nicht mehr träumt - wozu auch, die Fitnesstrainerin wurde im Vorjahr auch als Nicht-Profi Vierte bei der EM. "Ich habe keinen Druck mehr von meinem Vater, dadurch macht mir Squash wieder richtig Spaß. Zu dem bin ich so fit wie noch nie und taktisch ausgereift", so Pancis über ihr Erfolgsrezept. Bereits mit 12 Jahren war die heute 28-Jährige erstmals österreichische Meisterin in der Allgemeinen Klasse und zählte in ihrer Jugend zu den größten Talenten der Welt. Was wäre, wenn die attraktive Mutter Profi geworden wäre, wird man nie wissen - dass Pancis die Weltmeisterin 2004, Vanessa Atkinson aus den Niederlanden, in Jugend-Jahren mit 27:0 aus dem Court geschossen hat, ist jedoch Fakt. "Wenn du international was werden willst, musst du aus Österreich wegziehen, und selbst dann kannst du erst vom Squash leben, wenn du bei den Damen Top Fünf der Welt bist", bereut das "typische Sportlerkind" Pancis ihre Entscheidung nicht. Den internationalen Weg will dafür die Finalisten Coufal einschlagen, sie trainiert und studiert seit kurzen in der Squash-Nation Großbritannien an der Universität in Cardiff.


Im besten Squashalter von 27 Jahren befindet sich auch der alte/neue Staatsmeister Andreas Fuchs. Österreichs einziger Profi, der an internationalen Turnieren regelmäßig teilnimmt, bekam es in dem 50-Mann-Feld bereits im Halbfinale mit seinem größten Herausforderer Gerhard Schedl-bauer zu tun, der ihn noch vor zwei Wochen in der Bundesliga besiegt hatte. Im vorweg genommen Finale setzte sich Fuchs diesmal glatt in drei Sätzen durch. Im Finale wartete dann Überraschungsmann David Huck, der unter dem Namen Sabitzer von 1991 bis 1996 sechsfacher Staatsmeister war. Der Wiener war jedoch nach seinem 3:2-Semifinal-Sieg gegen Österreichs besten Nachwuchsspieler Aqeel Rehman aus Salzburg so ausgepowert, dass er im Finale gegen Fuchs chancenlos war und glatt mit 4:9, 1:9 und 3:9 unterlag. "Hucks Finaleinzug ist sicherlich kein Rückschritt, denn die nötige taktische Reife kommt im Squash erst im Alter von Mitte zwanzig", entschuldigt Kahn die Niederlage des 19-jährigen Rehmans. Für den 32-jährigen David Huck könnte es nun zwei Jahre nach Ende seiner Teamkarriere bei der heurigen Team-EM in Amsterdam ein Comeback geben. Übrigens war es der erste "erspielte" Titel für den Wiener Fuchs, denn im Vorjahr siegte am Court Clemens Wallishauser, der dann aber wegen wiederholten Cannabis-Missbrauchs auf nationaler Ebene lebenslang gesperrt wurde.



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Dokument erstellt am 2005-04-06 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 16:53:00


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