Wörtlich übersetzt heißt: "tae" stoßen, springen oder zerschmettern mit dem Fuß; "kwon" Faust oder Hand; "do" die Kunst, der Weg oder die Methode.

1980 vom IOC als Sportart anerkannt, fanden 1987 erstmals Weltmeisterschaften statt, seit 2000 in Sydney ist Taekwondo olympisch. Fast hätte es schon damals mit einer Medaille für Österreich geklappt, Tuncay Caliskan holte als Vierter aber nur Blech.

Zum Auftakt der Taekwondo-Bewerbe in Athen wird es heute gleich ernst für Österreich. Denn bei den Frauen hat Nevena Lukic gute Chancen auf eine Spitzenplatzierung. Die 23-Jährige wurde heuer immerhin Europameisterin in der Klasse bis 51 Kg. Die gebürtige Serbin lebt jetzt in Innsbruck.

Am Freitag ist dann Tuncay Caliskan in der Klasse bis 68 Kg dran. Ursprünglich stammt der 27-Jährige aus der Türkei, heute kämpft er für Österreich - für ganz Österreich wohlgemerkt: Österreichs Nummer eins wohnt in Wien, startet für einen Niederösterreichischen Verein, den TV Baden, und trainiert meist in Tirol. Eine Medaille ist in Reichweite, holte der Zeitsoldat doch 2003 mit Bronze Österreichs erstes Edelmetall bei Taekwondo-Weltmeisterschaften, und auch den Europacup hat er schon gewonnen. Nur zu spät zur Konkurrenz darf Caliskan nicht mehr kommen. 2001 erlebte er eine der schwärzesten Stunden seiner Karriere, kam bei der Weltmeisterschaft zu spät zum Kampf und wurde disqualifiziert. Ein psychischer Knacks, den es noch lange mit Hilfe eines eigenen Mentaltrainers zu verarbeiten galt. Und heute ist das einstige "Nerverl" psychisch stärker als je zuvor. "Die Konkurrenz ist extrem stark, wer die bessere psychische Verfassung hat gewinnt", so der kleine Selbstverteidiger.

"Ich wünsche mir nichts mehr als bei der Siegerehrung die österreichische Bundeshymne zu hören oder zumindest die gehisste österreichische Fahne zu sehen", so Caliskan. Möge der Wunsch des Wahl-Österreichers in Erfüllung gehen.