• vom 28.08.2002, 00:00 Uhr

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Update: 07.04.2005, 12:36 Uhr

Tischtennis: Die 12er-Liga feiert ihr 10-jähriges Bestehen als Talenteschmiede für Sportler wie Werner Schlager

Superliga feiert ihr Jubiläumsjahr




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  • Die höchste mitteleuropäische Tischtenniskonkurrenz für Vereinsmannschaften feiert heuer ein stolzes Jubiläum: Sie zieht in das zehnte Jahr ihres Meisterschaftsbetriebes. Die mit den Tischtennisfreunden der ehemaligen Ostblockstaaten im Jahre 1993 gegründete Liga hat sich als sportlich überaus wertvoll erwiesen.

Österreich hatte an ihrer Einführung einen besonders großen Anteil. Die Idee zum Projekt kam vom international sehr engagierten ÖTTV-Generalsekretär, Mag. Rudolf Sporrer, und nach dem Fall der Mauer und der folgenden Trennung der ehemaligen Tschechoslowakei waren die traditionsreichen Tischtennisländer, Ungarn, Tschechien und Slowakei, mit Freude bereit, das vorgelegte Konzept versuchsweise zu starten. Die jeweils drei besten Klubs von Damen und Herren der vier Partnerverbände bildeten eine 12-er-Liga, die in Europa einzigartig war. Die hohe sportliche Qualität und die immer freundschaftliche und produktive Zusammenarbeit der verantwortlichen Funktionäre schufen eine wahre Topkonkurrenz, die sich im Tischtennissport fest etablierte. Der Aufstieg einiger österreichischer Spitzenspieler wäre ohne die Superliga bestimmt nicht so schnell erfolgt. Als einziges Manko stellte sich der Mangel an Vermarktungsmöglichkeiten heraus, was einerseits am materiellen Standard der Partnerländer liegt, andererseits am eher geringen Publikums- und Medieninteresse in Österreich.


Talentebecken Superliga

Interessant zu betrachten ist der sportliche Verlauf von Mitteleuropas Eliteliga. In den ersten Jahren konnte keine österreichische Mannschaft an der Spitze mithalten, die Partnerverbände erwiesen sich als deutlich überlegen. Ungarn dominierte die Liga, auch die Slowakei schaffte einige Meistertitel. Mit der Aufwärtsentwicklung von Werner Schlager, Karl Jindrak, Kostadin Lengerov und dem Engagement der Sportverantwortlichen von Vereinen und Bundesländern, begann sich diese Situation aber zu ändern. In der Herren-Liga gibt es seit 1999 nur mehr österreichische Sieger, zuerst TTV Hornstein, dann dreimal in Serie SVS Niederösterreich. Auch bei den Damen, wo Österreich in den ersten sechs Jahren nie über Mittelfeldränge hinausgelangte, kam es zu einer Steigerung, ASKÖ Erdgas Linz-Froschberg eroberte die beiden letzten Titel. Im Vorjahr konnte sogar der überlegene Superliga-Rekordmeister, Statisztika Budapest, - 7 Titel gehen auf das Konto der Ungarinnen -, auf Rang 2 verwiesen werden.

Konkurrenz für Schlager

Geändert hat sich in der Zwischenzeit der Austragungsmodus. Wie im Vorjahr, werden auch heuer wieder zwei Sechser-Gruppen gebildet, die im 1. Durchgang, mit Hin-und Rückspielen jeder gegen jeden, die Paarungen für den 2. Durchgang ermitteln, der dann mit Semifinale und Finale ausgetragen wird. Die kommende Saison wird für die heimischen Klubs eine harte Prüfung bedeuten. Bei den Herren haben sich zur unverändert starken ungarischen Konkurrenz zwei tschechische Vereine mit Topbesetzung gesellt. So bietet Aufsteiger SKK El Nino Prag mit Josef Plachy und Tomas Pavelka zwei routinierte Spitzenspieler, sodaß die Nr. 1 Frydek-Misteks vom Vorjahr, Frantisek Krcil, erst auf Rang 3 des Kaders aufscheint. Auch Start Horni Sucha hat sich mit dem weltbekannten Petr Korbel beträchtlich verstärkt, wenngleich sein Einsatz nicht für jedes Spiel fix sein dürfte, da er, wie man hört, auch beim fürstlich dotierten Super-Circuit in Japan engagiert ist. Mit unveränderter Besetzung wird SVS Niederösterreich die Konkurrenz bestreiten, und an seiner Favoritenrolle ist nicht zu zweifeln. Mit Werner Schlager steht die aktuelle Nr. 4 der Weltrangliste an der Mannschaftsspitze, Chen Weixing wäre bei jedem anderen Klub die Nr.1, Kostadin Lengerov, Qian Qianli und Karl Jindrak komplettieren das Team. El Nino Prag und Spartacus Kecskemet dürften die Hauptgegner sein. Die beiden weiteren österreichischen Vereine, ASKÖ Linz-Altstadt und Turnerschaft Innsbruck, kämpfen um den Klassenerhalt, ein Rennen, das ziemlich offen scheint und viel Spannung verspricht. In der Damen-Superliga zeichnet sich wieder ein Duell zwischen Titelverteidiger ASKÖ Linz-Froschberg und Statisztika Budapest ab, in das diesmal auch Postas Budapest eingreifen könnte. Linz strebt das Titeltrio an und setzt dabei auf einen Neuzugang: Die erst 17-jährige Li Qian Bing, die schon im chinesischen Nationalteam eingesetzt wurde, soll Cui Chen Mei ersetzen, und man erwartet sich von ihr sogar noch eine kurzfristige Steigerung. Zusammen mit "Susi" Liu Jia könnte sie in den nächsten Jahren ein in Europa kaum überwindbares Bollwerk bilden. Österreich bietet heuer auch einen Aufsteiger: A-Liga-Meister SV Schwechat kehrte nach jahrelanger Absenz wieder in die Superliga zurück, besitzt einen stärkeren Kader als TTC Olympic Wien und müßte so auf Anhieb den Klassenerhalt schaffen.



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Dokument erstellt am 2002-08-28 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 12:36:00

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