• vom 26.07.2001, 00:00 Uhr

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Update: 07.04.2005, 12:55 Uhr

Beachvolleyball-WM ab 1. August in Klagenfurt - ein wirtschaftlicher und sportlicher Volltreffer

Eine Sandkiste wirft Schotter ab




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Von Stefan Hirsch

  • Vom 1. bis 5. August finden die A1 Beachvolleyball-Weltmeisterschaften in Klagenfurt statt. 48 weibliche, ebenso viele männliche Teams werden am Start sein. 80.000 Zuseher, so erwartet man, pilgern nach Kärnten, um die weltbesten Sandwühler zu bejubeln. Ein Erfolg für Wirtschaft und Sport.

Die Bewunderung für den Beachvolleyball-Sport war nicht immer gegeben. Veranstalter Hannes Jagerhofer erinnert sich mit einem Schmunzeln im Gesicht: "Als wir zum ersten Mal ein Austrian Masters Turnier im Jahre 1996 veranstaltet haben, saßen am Finaltag vier Zuschauer auf der Tribüne. Mit Freibier gelang es uns, Zuseher ins Stadion zu locken, so für Sponsoren und Spieler eine würdige Atmosphäre zu erzeugen. Das hat uns ungefähr 45 Kisten Bier gekostet."


Jagerhofer scherzt über den harten Beginn seiner Mission zur Salonfähigkeit des Beach- volleyballs. Eine gehörige Portion Selbstvertrauen macht diesen Anflug von Selbstironie möglich. Schließlich will er nur andeuten: Er hat früh geahnt, dass die jungen Menschen der Jahrhundertwende großen Willen zur Vitalität im Sand haben. Auch Willen zur Feier. Olympiasieger Dain Blanton zur Faszination des Volleyballsports: "Der Lifestyle, der den Sport umgibt, wirkt auf die Masse anziehend. Der Sport ist auch sexy. Wir sind immerhin alle in der Badehose!"

Auch für Nokia, den "Presenting Sponsor" der WM, ist Beachvolleyball mehr als nur Spass und Trendsport. "Vielmehr ist es Ausdruck von Lifestyle, Individualität, Freiheit, Kreativität und Siegeswillen", so Jörg Pribil, der Marketing- Manager der Firma. Auf Grund dieser Faktoren hat sich Jagerhofer im Jahre 1997 entschlossen, ein Turnier der World Tour in Klagenfurt zu veranstalten. Mit großem Erfolg.

Kein Freibier war in der jüngsten Vergangenheit notwendig, um Zuschauer ins Strandbad zu lotsen. Seit Bestehen des Turniers wurde Beach Volleyball auf höchstem Niveau geboten. Begeisterte Fans und perfekte Organisation runden das positive Gesamtbild ab. Zwischen den Jahren 1997 und 2000 verdoppelte sich die Zuschauerzahl. Im letzten Jahr pilgerten fast 40.000 Fans in die Kärntner Landeshauptstadt. Es sei das beste Turnier der Welt, hört man von den Sportlern. Immerhin gibt es 29 Turniere auf allen fünf Kontinenten. Insgesamt werden bei der World Tour 3,650.000 US-Dollar an Preisgeld ausgeschüttet. Mehr als 50 Nationen entsenden Nationalteams zu den einzelnen Wettkämpfen.

And the winner is . . .

Klagenfurt hat unter den Spielern der World Tour enormes Ansehen. "Hier werden wir wie Profis behandelt", zeigt sich Eric Fonoimoana, "King of Beach" aus den U.S.A begeistert. Grund genug für den Weltverband FIVB (Fédération International de Volleyball) die WM 2001 an Klagenfurt zu vergeben. Kärnten konnte gegen Mitbewerber wie Brasilien, U.S.A. und Mexiko reüssieren.

Je 48 der weltbesten Damen- und Herren-Teams, darunter nicht weniger als zehn Vertreter aus Österreich, werden vom 1. bis 5. August um den Weltmeistertitel "baggern und smashen". Zu den Topfavoriten bei den Männern zählen die Brasilianer Emanuel-Tande, das Brüderpaar Laciga-Laciga aus der Schweiz, die Argentinier Baracetti-Conde sowie die amtierenden Olympiasieger Blanton-Fonoimoana aus den Vereinigten Staaten. Die Chance auf eine Medaille wittern aber auch die Lokalmatadore Berger-Stamm. Bei den Damen zählen die aktuellen Topteams Behar-Shelda, Pires-Minello (beide Brasilien) sowie Youngs-Fontana aus den U.S.A. zum engsten Favoritenkreis.

40 Millionen Budget

Um den Sportlern und den Zuschauern eine unvergessliche Veranstaltung zu bieten, beträgt das Gesamtbudget 40 Millionen Schilling. Allein der Center Court im Strandbad Klagenfurt ist fast doppelt so groß wie bei der World Tour 2000 und hat eine Kapazität von 10.000 Zuschauern. Es werden an allen fünf Wettkampftagen fast 80.000 Fans erwartet. 450 akkreditierte nationale und internationale Journalisten werden Bilder und Berichte von dem Groß-Event am Wörthersee liefern. Der ORF als "Host Broadcaster" sorgt für umfangreiche Berichterstattung. Man schätzt, dass der ORF und zahlreiche ausländische Medien Bilder der WM in über 500 Millionen Haushalte übertragen werden.

Event unvorstellbar

Für den ÖVV-Präsidenten Peter Kleinmann ist dieser Event "unvorstellbar". Für Hannes Jagerhofer ist der Traum Wirklichkeit geworden. Er schmunzelnd wieder: "Niki Lauda hatte vor dem ersten Turnier Angst um die Spieler, da ihnen bei möglichen Regen das Wasser ins Gesicht prallen könnte. Daraufhin musste ich ihn aufklären, dass Beachvolleyball im Sand und nicht im Wasser gespielt wird." Niki, der Unwissende. Hannes, der Wissende. Wie wahr.



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Dokument erstellt am 2001-07-26 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 12:55:00


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