• vom 22.06.2001, 00:00 Uhr

Mehr Sport

Update: 07.04.2005, 12:56 Uhr

Rudern: Die Ziele des designierten Sportdirektors Rantasa

Nachwuchsförderung soll kein Schlag ins Wasser sein




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Tamara Slavik

  • Nach Verarbeitung des olympischen Untergangs und dem Abschied des bisherigen Sportkoordinators Dr. Hans Eckstein hat im ÖRV die Zukunft begonnen. Ab August nimmt Walter Rantasa das Ruder in die Hand.

Der erste Schwerpunkt wird eine effizientere Nachwuchsarbeit sein. Und das aus gutem Grund: "Man sieht jetzt, dass seit Atlanta in diesem Bereich nicht genug getan wurde." Gerade bei den "Schweren", erläutert er, sei dieses Defizit nun augenscheinlich: Arnold Jonke hat seine Karriere beendet, Horst Nussbaumer und Norbert Lambing sind gesundheitlich angeschlagen. Vom Weltklasse-Doppelvierer ist Raphael Hartl als einsamer Schatten des regierenden Weltcupsiegers übrig geblieben. Und auch der beklagt das fehlende Nachrücken der Jungen, die zwar teilweise bereits ansprechende Leistungen zeigen, die Lücke aber bei Weitem noch nicht zu schließen im Stande seien. "Im Moment gibt es niemanden, der die Abgänge ersetzen könnte." Jetzt hofft er auf ein schnelles Genesen von Norbert Lambing, um in München (13.-15. Juli) im Zweier Kurs auf die WM im August nehmen zu können.


"Müssen uns nicht verstecken!"

Das zweite Ziel, das der designierte Sportdirektor ansteuern will, ist eine bessere Positionierung in der Öffentlichkeit. "Es geht darum", erklärt Rantasa, "unsere Werte besser zu transportieren. Denn wir sind immerhin der erfolgreichste österreichische Sommersportverband der letzten Jahre und müssen uns nicht verstecken." Auch nicht, nachdem man in Sydney baden gegangen ist. Denn mit den Weltcup-Regatten von Wien und München sowie der WM im August stehen die nächsten Aufgaben unmittelbar bevor. Das langfristige Ziel sind für Rantasa und Co. aber die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Dort wolle man dann nicht nur bei den Herren, sondern auch bei den Damen eine schlagkräftige Flotte auf die Beine stellen. Als erster Schritt in diese Richtung zeigten in Sevilla Barbara Pirker und Martina Miesgang mit einem sensationellen vierten Platz im Doppelzweier auf.

Rantasa will auch nach August auf einer Aufgabenteilung zwischen seiner Person, Nationaltrainer Kessler und Präsident Pointner bestehen. "Ich werde mich in die sportlichen Belange nicht einmischen." Zu viele Köche verderben den Brei. Auch wenn er selbst als langjähriger Ruderer und Kollege von Kessler mit der Materie durchaus vertraut wäre - vielmehr sehe er sich verantwortlich bei Verhandlungen mit Partnern, in der Organisation.

Nach seinem Rücktritt vom aktiven Rudersport hat Rantasa eine Fachhochschule für Marketing absolviert, war danach im Sponsoring-Bereich der UTA tätig. Dass er die Entwicklung des Österreichischen Rudersportes in den letzten vier Jahren nur vom Ufer aus verfolgt hat, stellt für ihn aber keinen Nachteil dar - ganz im Gegenteil: "So kann ich emotionell mit ein bisschen Abstand an die Sache herangehen kann."



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2001-06-22 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 12:56:00


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Eine Sternstunde für Österreichs Fußball"
  2. "A guade Partie"
  3. Der stille Kampf
  4. Was von der Premiere übrig bleibt
  5. Am Ende jubeln wieder nicht die Deutschen
Meistkommentiert
  1. Beginn mit einem Remis
  2. Federer ließ Thiem keine Chance

Werbung




Werbung