Dabei wäre Entwicklungshilfe gar nicht unbedingt nötig, werde hierzulande doch technisch lupenreines Spiel zelebriert, können auch die körperlichen Werte der heimischen Amateure teilweise mit jenen der Vollprofis aus Deutschland mithalten. "Nur im taktischen Bereich herrscht Aufholbedarf", meint der aus den Hockey-verrückten Niederlanden kommende Oscar Delnooz, im Grunddurchgang für den Post SV am Feld, im Final Four-Turnier am Wochenende nur als Coach mit von der Partie. Er will dafür sorgen, dass einerseits bei seinem Verein in der Taktik, andererseits in Zukunft auch abseits des Rasens die Post abgehen soll. "Denn es ist schade, dass Hockey hier nur so klein ist. In Holland kommen einige Tausend Leute zu einer Partie, in anderen Ländern wird vor über 50.000 Zuschauern gespielt", gibt er Anekdoten aus der großen, weiten Welt des Hockeysports zum Besten. Die Faszination machen aber überall die selben Elemente aus: "Harter Kampf am Feld, aber eine gemeinsame Feier der Fans!"

Und die können auch die heimischen Zuschauer am Wochenende erleben, wenn im Koller-Stadion im Prater das meisterschaftsentscheidende Final Four-Turnier der Damen und Herren ausgetragen wird. Der Modus stößt zwar bei einigen Vereinen auf wenig Gegenliebe - der Tenor der Kritiker: Wer sich über eine ganze Saison an die Spitze setzt, nicht, wer an einem Tag die bessere Form oder mehr Glück hat, ist der würdige Meister - , ist aber auch für Delnooz ein guter Weg, um "Hockey auf die Karte zu bringen". Für ÖHV-Vizepräsidenten Wolfgang Monghy ist die Frage irrelevant: "Man kann die Diskussion jetzt für beendet erklären. Eine Veranstaltung in dieser Art ist die einzige minimale Chance, Hockey in Österreich bekannter zu machen und herzuzeigen. Und die müssen wir nützen!" sla-Johann Koller Final Four, Samstag: Semifinale Damen: Arminen Koller-WAC (11.30 Uhr), und AHTC-Wr. Neudorf (14 Uhr); Herren: Arminen Koller-AHTC (16.30 Uhr), WAC-Post SV (19 Uhr); Sonntag: Finale Damen (13.45 Uhr), Herren (16.15 Uhr).