• vom 17.10.2003, 00:00 Uhr

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Update: 07.04.2005, 12:22 Uhr

Basketball: Danube City Timberwolves als Talenteschmiede in der Herren-B-Liga

Der steinige Weg ist das Ziel




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Von Alexander Strecha

  • Die Bundeshauptstadt Wien setzt im Basketball wieder auf die Jugend. Die Danube City Timberwolves unter Coach Robert Langer, vormals BK Klosterneuburg, fördern und fangen jene österreichischen Talente auf, die in der A-Liga noch kein Leiberl haben. Doch der Weg soll genau dorthin führen.

Ursprünglich war eine Kooperation mit BK Klosterneuburg geplant. Co-Trainer Robert Langer wechselte im Sommer nach Wien, um dort einem "Farmteam" auf die Sprünge zu helfen. Doch Head-Coach Werner Salomon folgte ihm nicht wie erwartet, sondern wurde von den Klosterneuburger Granden zum Nachwuchstrainer (U 18) zurückgeblockt. Stefan Höllerl, vormals erfolgreicher Damen-Trainer, gab seinen Holden einen Korb und will nun die Herren zu Titelehren führen, wovon man nach dem ersten Aufwurf in der A-Liga allerdings noch etwas weit entfernt scheint.


Daher prosperiert das Wiener Projekt in der Donaustadt auch ohne Hilfestellung aus Niederösterreich, allein Spieler wie Harald Strahberger oder Martin Koller sowie einige U 22-Talente, die im A-Liga-Team keine Chance gehabt hätten, sollen nun als bissige Wölfe den großen Wurf landen. "Die Spieler haben wir niemandem weggenommen", stellt Trainer Robert Langer klar, "sie wären bei ihrem Klub nicht zum Zug gekommen." In der Donaustadt sollen sie Oberwasser bekommen. "Bei uns ist der Weg das Ziel. Wir wollen hier etwas auf die Beine stellen."

Die Spieler der Donaustädter Boygroup sind zwischen 16 bis maximal 25 Jahren alt, Legionäre finden in diesem Team keinen Platz. Ja zu A! "Wir reden nicht nur über Nachwuchsarbeit wie andere, sondern wir handeln", freut sich Langer. Das vorrangige Ziel für die heurige Saison lautet, sich in der B-Liga zu etablieren und mit den starken Teams, die bis zu sechs Legionären(!) unter Vertrag haben, mitzuhalten. "Die Schlüsselpositionen nehmen bei uns ausschließlich Österreicher ein. Sie müssen lernen, mit dem Druck umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Da ist eben dann kein Amerikaner, dem sie schnell den Ball zuspielen können", fordert der Trainer von seinen Schützlingen Entscheidungsfreudigkeit. Machen die Timberwolves Beute, dann sollten die Körbe zum Klassenerhalt nicht zu hoch hängen. "Viel mehr wird im ersten Jahr auch nicht möglich sein", gibt sich der Ex-Klosterneuburger Langer keinen Illusionen hin.

In weiterer Zukunft will das Wolfsrudel aber neue Spieler in ihr Revier lassen. Jene, die bei A-Liga-Klubs die Bank drücken und Spielpraxis benötigen. Und vor allem auch Studenten aus den Bundesländern, die durch die neue Lebenssituation den Basketballsport an den Nagel hängen müßten.

Die A-Liga als Fernziel

Besteht aber nicht die Gefahr, dass die Timberwolves zum Raubtierkäfig für junge Talente werden, selbst aber nicht in Richtung A-Liga ausbrechen können? Langer verneint, "weil wir ja unsere Spieler A-Liga-reif machen wollen. Sie müssen sich in dieser Saison gegen die starken Amerikaner und die anderen Legionäre der Gegner behaupten." Die Vision sieht sehr wohl einen Aufstieg in den nächsten drei Jahren vor. Vielleicht fletschen die Timberwolves schon in der kommenden Saison die Zähne, zumal die A-Liga zumindest auf 12 Vereine aufgestockt wird. Im Dezember wird der Verband sogar über eine 14er-Liga entscheiden, damit endlich wieder etwas Neues aus dem Westen zu vermelden ist, Tirol und Vorarlberg den Sprung in die oberste Spielklasse schaffen. Die zwei besten B-Liga-Teams dribbeln nicht nur im Mittleren Play-off, sondern haben einen A-Liga-Startplatz schon fix.

Die bisherigen Resultate der noch jungen Meisterschaft machen Robert Langer Mut. Die Niederlagen gegen Graz (-4 Punkte) und Linz (-1 Punkt) fielen äußerst knapp aus, dafür gelang in Innsbruck der Freiwurf mit einem Sieg um elf Punkte! "Die Ergebnisse sind eigentlich sensationell, weil wir erst am Beginn unserer Arbeit stehen. Wir haben gezeigt, dass wir von Anfang an voll dabei sind. Dabei fehlen uns noch verletzungsbedingt unsere drei 2-Meter-Riesen." Einen herbstlichen Leistungseinbruch bei den jungen Spielern hat Langer in seiner Kalkulation berücksichtigt. "Die meisten sind ja Studenten und starten ihr Wintersemester und können sich nicht nur auf den Basketball konzentrieren."



Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2003-10-17 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 12:22:00

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