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Update: 07.04.2005, 13:06 Uhr

Leichtathletik: Gregor Högler setzt zum olympischen Wurf an

Mit dem Speer geht er auf Weitenjagd -Gregor Höglers olympischer Traum




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Von Tamara Slavik

  • Stählerne Muskeln, dunkle Haare und Augen, ein Lächeln, das Frauenherzen höher schlagen lässt - Gregor Högler könnte ohne Probleme als Männermodell die Seiten einschlägiger Magazine zieren. Stattdessen kämpft er im Speerwurf, einer Sportart, die in seiner Heimat Österreich nicht gerade zu den populärsten zählt, um olympische Ehren.

Die Ziele des Wieners für die Spiele in Sydney sind mit einem Platz im Finale realistisch gesteckt. Um an die vordersten Ränge und die Weiten der Favoriten Zelezny oder Gatsioudis heranzukommen, fehlt dem 28jährigen noch einiges, wie er selbst weiß. "Ich hab' ja noch nicht so viele Trainingsjahre", erklärt er. Schließlich hat er erst mit 17 Jahren seinen ersten Wettkampf bestritten. Gegen die Konkurrenz ist er damals deutlich abgefallen. "Und dann hat mich der Ehrgeiz gepackt", erzählt er, das Training wurde von da an Hauptbestandteil seines Tagesablaufs.


Durchbruch 1995

Der größte Durchbruch gelang dem damals 23jährigen im Jahre 1995, als er sich bei der Universiade den zweiten Platz und bei der Militärweltmeisterschaft sogar den Sieg sicherte. Seit damals zeigte seine Karriere steil bergauf - in den folgenden Jahren holte er einen dritten und einen zweiten Universiadenrang, gewann drei Europacup- und zwei Grand Prix-Bewerbe und kann eine Finalteilnahme bei der Europameisterschaft 1998 sowie eine bei der Weltmeisterschaft 1997 vorweisen. Zudem verbesserte er elfmal den österreichischen Rekord und sammelte acht Meistertitel. Wobei letzteres allerdings nicht nur auf seine Stärke, sondern zum Teil auch auf die Schwäche der Gegner im Alpenland zurückzuführen ist. "Es gibt leider nicht sehr viel Konkurrenz", bedauert Högler. Er selbst müsse daher oft allein im Happelstadion trainieren. Was ist schuld daran, daß so wenig junge Athleten den Weg an die Spitze finden? "Man muss vor allem zu Beginn sehr viel Zeit und Geld investieren", so Högler. "Wenn man dann ein gewisses Leistungsniveau erreicht hat, ist auch die Unterstützung in Österreich nicht so schlecht, wie alle sagen." Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. "Aber ein gewisses Maß an Idealismus braucht man eben im Spitzensport", zuckt der Modellathlet mit der breiten Schulter.

Triebfeder Kampfgeist

Er selbst habe seine Steigerung in den letzten Jahren vor allem seinem Kampfgeist, der ihn trotz harter und teilweise schmerzvoller Trainingseinheiten stets am Aufhören gehindert hat, zu verdanken; das Motto "mach aus jeder schlechten Situation etwas Gutes" erhob er zur Lebensphilosophie. Und getreu diesem Credo fliegt er mit einer gesunden Portion Optimismus nach Australien, wo es in erster Linie gelte, sich den "wahrscheinlich schwierigen Bedingungen" so gut als möglich anzupassen.

Eine Aufgabe, für die auch mentale Stärke erforderlich sein wird. Mit täglichen Wurfvorstellungen, Atem- und Konzentrationsübungen versucht Högler, neben dem durchtrainierten Körper auch den Geist in Top-Form zu bringen. Mens sans in corpore sano.

Gregor Höglers großes Ziel ist Athen 2004

Bis zum 17. September befindet sich der 28jährige in Wien, dann setzt er sich in das Flugzeug, das ihn zu seinen ersten olympischen Spielen nach Australien bringen soll. In Atlanta konnte er aufgrund einer Verletzung nicht teilnehmen. Doch Sydney soll nicht der letzte Olympia-Wettkampf sein. Läuft alles nach Plan, geht er auch in vier Jahren in Athen noch mit dem Speer auf die Jagd nach neuen Bestleistungen. Denn am Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit, meint er, sei er sicher noch nicht angelangt. Seine derzeitiger Rekord liegt bei 84,03 m, das nächste Ziel ist die 85 m-Grenze. Vielleicht gelingt der große Wurf ja bei den Olympischen Spiele.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2000-08-29 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 13:06:00

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