• vom 31.05.1999, 00:00 Uhr

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Update: 07.04.2005, 13:19 Uhr

Tennis: Sensationssieg über Venus Williams

Barbara Schwartz schrieb in Paris Tennisgeschichte




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  • Das war die größte Sensation, die Österreichs Damentennis je erlebt hat. Barbara Schwartz, als Nummer 129 in das Turnier gestartet, bezwang am Sonntag im Achtelfinale der French Open die haushoch
  • favorisierte Venus Williams, Nummer 5 der Welt, nach einem 2:14-Stunden-Thriller und drei abgewehrten Matchbällen mit 2:6, 7:6 (9/7), 6:3.

Sie steht als zweite Österreicherin nach Petra Schwarz (vorm. Ritter) 1994 in der Runde der letzten acht von Paris. Die 20jährige Niederösterreicherin schrieb Geschichte in der Seine-


Metropole, denn erstmals überhaupt schaffte eine Qualifikantin den Einzug ins Viertelfinale. In diesem trifft sie am Dienstag auf Martina Hingis, die Nummer 1 der Welt.

Der Ablauf des Spiels vor bis zu 10.000 Zuschauern auf dem Court Suzanne Lenglen ließ an Dramatik nichts vermissen. Dabei hatte das Match aus der Sicht der heuer besten Spielerin auf der WTA-Tour,

Venus Williams, ganz nach Wunsch begonnen. Nach 30 Minuten lag die 18jährige Amerikanerin mit 6:2 in Front. Schwartz hatte in dieser Phase aber auch noch nicht an die Leistungen der Vorrunde Anschluß

gefunden. "Am Anfang hat noch nicht allzuviel funktioniert, aber dann bin ich immer besser hineingekommen", bestätigte Schwartz, die nach einem 0:2 im zweiten Satz auf 2:2 ausglich.

Danach ging es mit dem Aufschlag bis zum 6:5 für Williams. Nun mußte Schwartz neuerlich gegen den Matchverlust servieren. 0:40 · Williams hat drei Matchbälle, die Journalisten sind bereit, den Sieg

der US-Amerikanerin zu vermelden. Doch es kommt anders. Auf unglaubliche Weise · mit einem Rückhandwinner entlang der Linie, einem Vorhandwinner und einem Servicewinner · wehrt Schwartz alle drei

Matchbälle ab und erzwingt ein Tie-Break.

Im "Jeu decisif" geht Schwartz schnell 4:1 in Front, Williams kontert und führt 5:4. Doch Barbaras Nerven halten, sie gleicht zum 5:5 aus. Nach insgesamt 1:35 Stunden nützt Schwartz den dritten

Satzball zum 1:1 in Sätzen.

Im dritten beginnt Williams mit einem Break, Schwartz kontert sofort. Dann gelingt ihr zum 3:1 neuerlich ein Break, Williams gleicht zum 3:3 aus. Schwartz nimmt Williams den Aufschlag zum 5:3 ab und

hat anschließend bei 40:0 selbst drei Matchbälle. "Da habe ich schon etwas zum Nachdenken begonnen", meint Barbara. Die ersten zwei verwertet sie nicht, "vor dem dritten habe ich gewußt: Der muß es

sein". Und er war es. Barbara reckt nach ihrem bisher größten Erfolg, der ihr einen Riesensprung nahe an die Top 50 ermöglicht, die Arme in die Höhe.



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Dokument erstellt am 1999-05-31 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 13:19:00


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