London/Paris. Rafael Nadal hat sich am Sonntagabend kurz vor Mitternacht (Ortszeit) in London nur mit viel Mühe in seinem Eröffnungsmatch beim ATP-World-Tour-Finale in London durchgesetzt. Nadal mühte sich in Gruppe B zu einem 6:2,3:6,7:6(3)-Erfolg über Mardy Fish. Schuld daran war wohl nicht nur sein starker Gegner aus den USA, sondern auch eine Magenverstimmung.

  Vor allem im dritten Satz, als er schon zu Beginn vom Platz in Richtung Toilette stürmen musste, war Nadal gehandicapt. "Ich muss mich jetzt wirklich gut erholen, weil ich habe eine Stunde lang sehr gelitten. Wenn man sich nicht wohl fühlt und man laufen muss, fühlen sich die Muskeln müder als sonst an", erklärte der zehnfache Major-Sieger. Möglicherweise war es ein "anderer" Fisch, der ihm das Leben schwer gemacht hat, denn als Mittagessen hatte Nadal Nudeln mit Lachs verzehrt.

Duell mit Federer wartet  
"Ich weiß nicht, was es war. Schon zur Hälfte des zweiten Satzes hat es begonnen und dann ist es immer schlimmer geworden", erklärte Nadal. Er hofft, dass er sich zum mit Spannung erwarteten Gruppen-Duell mit Titelverteidiger Roger Federer am Dienstag gut erholt. "Ich glaube, zwei Tage sind genug."

  Sauer aufgestoßen haben dem Spanier auch die Aussagen und generellen Doping-Anschuldigungen von Yannick Noah. Der frühere französische Weltklasse-Spieler, der nicht zuletzt dank einer erfolgreichen Gesangskarriere gar einer der beliebtesten Franzosen überhaupt ist, hatte in einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde" die Legalisierung von Doping gefordert und vor allem den spanischen Sport attackiert.

Sturm der Entrüstung  
"Was er gesagt hat, ist sehr dumm und er weiß das besser als jeder sonst. Ihr wisst, wie vielen Anti-Doping-Kontrollen wir uns das ganze Jahr unterziehen müssen. Meiner Meinung nach sind das die Aussagen eines Kindes. Und wenn ein Kind etwas sagt, dann schmerzt uns das nicht", sagte ein sichtlich zorniger Nadal. Der Weltranglisten-Zweite sieht einen größeren Schaden für Frankreich als für Spanien. Wenn ein wichtiger Mensch wie er so etwas sage, dann schade es dem Image seines eigenen Landes mehr.

  Die Aussagen des French-Open-Siegers von 1983 hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, darunter auch vom französischen Sportminister David Douillet, selbst ein früherer Judo-Olympiasieger. "Das sind ernste und verantwortungslose Aussagen", meinte er zu den Aussagen. Der Präsident des spanischen Olympischen Komitees, Alejandro Blanco, verteidigte freilich seine Sportler: "Für ignorante Menschen ist der Boom im spanischen Sport schwer zu verstehen. Harte Arbeit ist der Schlüssel zum Erfolg."