Szczecin.

Markus Rogan (links) und Dinko Jukic - keine großen Freunde, aber große Rivalen. - © APAweb/Techt
Markus Rogan (links) und Dinko Jukic - keine großen Freunde, aber große Rivalen. - © APAweb/Techt
So etwas wie die Floating Arena in Szczecin (Stettin) gibt’s in Österreich nicht: eine Schwimmhalle mit Tribünen auf beiden Seiten und einem Fassungsvermögen von etwa 3000 Zuschauern. Aber dafür haben die Polen auch nicht so ein interessantes Schwimm-Duell wie jenes zwischen Dinko Jukic und Markus Rogan. Beide zählen bei den am Donnerstag beginnenden Europameisterschaften auf der Kurzbahn, zu denen Österreich 20 Athleten entsendet, zu den Medaillenanwärtern. Sie absolvieren beinahe ein identisches Programm, und beiden liegt auch die Egozentrik nicht fern. Doch genau die trennt sie auch. Die gegenseitige Zuneigung ist klein wie ein Wasserfloh.

Rogan hat schon fünf EM-Goldmedaillen auf der Kurzbahn gewonnen, Jukic bisher zwei. In Szczecin treten beide über 200 und 400 Meter Lagen sowie über 200 Meter Kraul an, Jukic verteidigt zudem seinen Titel über 200 Meter Delfin. Doch vor allem bei der langen Lagendistanz dürfen sich beide im Finale Chancen auf Edelmetall ausrechnen.

Für Rogan wäre es ein "Meilenstein", sollten er und Jukic am Freitag gemeinsam auf dem Podest stehen. Dinko Jukic ist das gepflegt egal: "Ich respektiere die Leistungen von Markus als Schwimmer, aber ich würde ihn nicht als Ersten fragen, wenn ich mit wem auf einen Kaffee gehen will." Sowohl bei der Kurzbahn-EM in Istanbul 2009 als auch bei der Langbahn-EM in Budapest 2010 hat Jukic Rogan ganz offen kritisiert. Große Freunde werden die beiden bestimmt nicht mehr, große Rivalen sind sie schon.

Mitte Dezember müssen die beiden aber in jedem Fall ein Team bilden, wenn sie gemeinsam beim "Duel in the Pool" in Atlanta bei einem Schaukampf zwischen Europa und der USA antreten. "Das hat für mich mehr Bedeutung", sagt Jukic. Naturgemäß sieht das Rogan anders: "Die EM ist für mich der Höhepunkt des Winters."