Kolomna.

Das ist Ahn Hyun-soo, Südkoreaner, Olympiasieger 2006. - © APAweb/epa/Valdrin Xhemaj
Das ist Ahn Hyun-soo, Südkoreaner, Olympiasieger 2006. - © APAweb/epa/Valdrin Xhemaj
Seit Shorttrack olympisch ist, spielt Südkorea auch bei den Winterspielen eine Rolle. Gut, da gibt es auch noch die Eisschnellläufer und die Eiskunstläuferin Yu-Na Kim, aber den allergrößten Anteil an südkoreanischem Edelmetall liefern eben die wilden Eisflitzer.

Seit 1992 kämpfen die Shorttracker um Olympisches Edelmetall und eben auch die Südkoreaner, die bis dahin bei Winterspielen stets medaillenlos blieben. Seither brachte es Korea auf stolze 45 Olympia-Medaillen (davon 23 Gold). Für 38 zeichneten die Shorttracker verantwortlich.

Was die Skifahrer für Österreich, das sind also die Shorttracker für Südkorea - nur noch ein bisserl extremer. Und so kommt es, dass es schon eine ziemliche Herausforderung darstellt, sich allein für das koreanische Team zu qualifizieren. Ahn Hyun-soo weiß davon ein Lied zu singen. 2006 noch dreifacher Olympiasieger, flog er 2008 aus der Nationalmannschaft.

Und da kam Russland ins Spiel - keine große Shorttrack-Nation, aber Veranstalter der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Der russische Verband also, gar nicht dumm, bot dem gestrauchelten Champion Hilfe an - freilich unter der Bedingung, dass dieser dann zum Russen mutieren müsste. Gesagt, getan. Im August suchte Ahn Hyun-soo um die russische Staatsbürgerschaft an - nun erhält er sie.

Russland kümmert sich wirklich rührend um den Olympiasieger. Man habe Ahn Bedingungen zugesichert, unter denen er sich ausschließlich auf den Sport konzentrieren könne. Ein Stipendium von 10.000 US-Dollar (rund 7.600 Euro) erhält er monatlich. Die Trainingskosten muss er auch nicht selbst entrichten.

Das ist Viktor Ahn, Russe, Olympiasieger 2014? - © APAweb/epa/Yna
Das ist Viktor Ahn, Russe, Olympiasieger 2014? - © APAweb/epa/Yna

Aus Ahn Hyun-soo wird Viktor Ahn
Für so viel Liebe gibt man schon so einiges auf. Neben der Nationalität auch den Namen. Da kein echter Russe so heißt, wie der Nicht-mehr-Koreaner nun eben mal heißt, wird aus Ahn Hyun-soo ab sofort Viktor Ahn. Den Namen Viktor wählte der 26-Jährige in Anlehnung an Viktor Choi, 1990 verstorbener russischer Rockmusiker mit südkoreanischen Wurzeln. Und in Victory (englisch für Sieg) stecke der Name schließlich auch drin.

Auf die Siegerstraße muss Ahn aber erst einmal zurückfinden. Schließlich ist der dreifache Olympiasieger nicht ohne Grund aus der südkoreanischen Mannschaft geflogen. Das kann ihm in Russland kaum passieren. Die innerrussische Konkurrenz hält sich in Grenzen.