Wien. Man hätte die Saison der Vienna Capitals kaum besser szenisch darstellen können, als es Wiens Eishockeyklub im ersten Drittel der Partie gegen Jesenice getan hat. Es war das Spiel der letzten Chance, die letzte Runde der Qualifikation für die Play-offs. Und dieses erste Drittel war so etwas wie das Destillat aller bisherigen Auftritte der Capitals, in denen so ziemlich alles dabei war, beispielsweise ein 9:2 gegen Znojmo, dem drei Tage später eine 2:7-Blamage in Zagreb folgte.

Und auch in der finalen Runde des Vorgeplänkels zeigte sich das ganze Bouquet der Möglichkeiten dieser Capitals-Mannschaft. Wirklich starke Aktionen auf der einen Seite, absurde Fehler auf der anderen. Der anfängliche Irrsinn endete mit acht Toren innerhalb von 20 Minuten - und dem besseren Ende für die Wiener, die den Abschnitt mit 5:3 gewannen.

Die Capitals mussten aber nicht nur das Spiel in der mit 5200 Zuschauern gut besuchten Albert-Schultz-Halle gewinnen, um sich den letzten Play-off-Platz zu sichern, sie mussten auch auf einen Sieg des VSV gegen Graz hoffen, wobei die Villacher wiederum eine Niederlage der Wiener herbeisehnten. Nur die Grazer hatten es selbst in der Hand. Und vergeigten es.

Lange war es in Villach 1:1 gestanden, dann traf der VSV, wenige Sekunden, bevor in Wien das Schlussdrittel angepfiffen wurde. Der Jubel der Zuschauer war lauter als bei allen fünf Treffern der Capitals davor. Und er sollte sich an diesem Abend nicht mehr legen. Denn nach dem torlosen zweiten Abschnitt waren die Wiener im dritten Drittel wieder in Torlaune, allen voran Benoit Gratton, der über weite Strecken der Saison nicht an die Form des Vorjahres hatte anknüpfen konnte.

Gegen Jesenice traf der Kanadier aber gleich dreimal, am Ende schickten die Capitals die Slowenen mit 11:3 in den Urlaub, um den eigenen noch um ein paar Wochen aufzuschieben. Spätestens als in Villach das Tor zum 3:1 fiel, war der Einzug der Wiener in die Play-offs in allerletzter Sekunde Gewissheit.

Und da scheint doch wieder alles möglich, auch wenn Jesenice kein wirklicher Gradmesser war. Die Zuschauer jedenfalls wollten gar nicht mehr gehen. Dabei hatten sie gerade die Chance erhalten, wiederzukommen. Die Play-offs beginnen am Sonntag, Gegner der Capitals ist Linz.