650.000 US-Dollar, Pokal und Seifenblasen-Dusche: Der Lohn für Novak Djokovic' Turniersieg in Miami. - © APAweb/Reuters/Kevin Lamarque
650.000 US-Dollar, Pokal und Seifenblasen-Dusche: Der Lohn für Novak Djokovic' Turniersieg in Miami. - © APAweb/Reuters/Kevin Lamarque

Miami. Novak Djokovic hat mit seinem Auftritt in Miami beeindruckt. Der Weltranglisten-Erste holte sich den Titel bei diesem Masters-1000-Turnier durch einen 6:1,7:6(4)-Erfolg im Finale gegen Andy Murray in überzeugender Manier. Der 24-jährige Serbe hat im gesamten Verlauf des größten Events nach den vier Grand Slams keinen Satz abgegeben und seine Anwartschaft auf ein ähnlich gutes Jahr wie 2011 untermauert.

Vor einem Jahr hatte Djokovic eine kaum für möglich gehaltene Serie von 41:0-Siegen hingelegt und bis zum Halbfinale der French Open (Niederlage gegen Roger Federer) nicht weniger als sieben Turniere en suite gewonnen. 2012 hat er mit der erfolgreichen Titelverteidigung in Melbourne begonnen, aber vor Miami in Dubai und Indian Wells jeweils im Halbfinale verloren. Den Rückschluss, dass er im Vorjahr stärker war, lässt Djokovic aber nicht zu.

Djokovic: "Bin so gut wie im Vorjahr"
"Diese Saison war unglaublich, besonders die ersten fünf, sechs Monate. Jedes Jahr ist anders. Heuer bin ich mit einem Grand-Slam-Sieg und nun dem Miami-Sieg sowie zwei Semifinali gestartet, aber ich glaube, dass ich genauso gut wie vor 12 Monaten spiele", sagte Djokovic. Das klingt in den Ohren der Konkurrenz wohl wie eine Warnung. Er habe eine positive Einstellung, er denke aber nicht darüber nach, was er zu verteidigen habe oder wie viele Punkte er verlieren könnte. "Für mich ist jedes Turnier gleich wichtig."

Gegen Murray war der Belgrader am Sonntag nie wirklich in Gefahr. "Ich habe von Beginn bis zum Ende ein großartiges Match gespielt", konstatierte der Serbe. Der Schotte hatte eine einfache Erklärung für die Niederlage. "Mein Return war nicht gut, und das ist normalerweise eine meiner Stärken. Das war meiner Meinung nach der Unterschied", sagte Murray, der nun eine 5:8-Bilanz in den direkten Duellen mit Djokovic aufweist.

Djokovic zog durch seinen dritten Titel in Südflorida nach 2007 und 2011 in der Siegerliste mit Pete Sampras gleich und revanchierte sich nach 2:18 Stunden zudem bei Murray für die Finalniederlage 2009. Für seinen Erfolg erhielt Djokovic rund 660.000 Dollar (494.160 Euro).

Djokovic hofft, seine Form gut in die nun beginnende Sandplatzsaison zu transferieren. Im Vorjahr war er als Top-Favorit zum zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres gereist, kein Wunder nach Sand-Titeln in Belgrad, Madrid und Rom. Mit einem Sieg bei den French Open könnte Djokovic seinen Karriere-Grand-Slam komplettieren, ein weiterer Höhepunkt sind heuer freilich auch die Olympischen Spiele in Wimbledon. Als er Anfang Februar gefragt wurde, welche Lücke er denn lieber schließen würde, war seine Antwort eindeutig: "Warum nicht beide gewinnen?"