Geht es nach Teamchef Robert Buchelt, stehen die Chancen für einen Wiedereinzug in den A-Pool - zuletzt war Österreich vor sechs Jahren dank des Rücktritts der Israelis bei der Baseball-EM in Barcelona dabei - nicht schlecht. "Wir kratzen an den Top-12, die ja auch den A-Pool bilden", betonte Buchelt im Vorfeld der Heim-EM immer wieder. Darüber hinaus sei die Mannschaft jung, zudem würden einige Routiniers die notwendige Erfahrung mitbringen. 2007 hatte man immerhin bei der A-EM den 11. Platz erreicht; an Olympia ist seit der Streichung des Baseball als Disziplin aber nicht mehr zu denken. "Die Topteams Europas sind Holland und Italien, weltweit sind natürlich die USA führend", erinnert der Teamchef.

Tatsächlich waren es die amerikanischen Besatzungssoldaten gewesen, die den Baseball-Sport ab 1945 nach Österreich gebracht hatten. Wirklich heimisch wurde das Spiel in Österreich allerdings erst in den 80er Jahren. Als 1983 der Österreichische Baseball-Verband gegründet wurde, gab es in Wien nur drei Vereine, heute sind es landesweit etwas mehr als 40.

Ohne Kenntnis der Regeln macht Zusehen keinen Sinn


Warum der Baseball-Sport in Österreich nicht anerkannt ist, darüber können auch die Zuseher auf der Spenadlwiese nur mutmaßen. Für einige ist es überhaupt eine Premiere. "Ich sehe das zum ersten Mal und kenne auch die Regeln gar nicht", meint ein junger Mann, der es sich rauchend hinter dem Zaun gemütlich gemacht hat. Allgemein sei Baseball ja ein netter Sport, wenn da nicht die häufigen Pausen und die schwierigen Regeln wären. "Ich verstehe gar nicht, warum die Amerikaner da viel Geld reinstecken", sagt er.

Dass die Regeln schwer zu verstehen sind, bestätigt auch EM-Mitorganisator Johannes Godler. "Wenn man die Regeln nicht begreift, hat es auch nicht viel Sinn, zuzusehen", sagt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Baseball sei nun einmal kein europäischer Sport und daher auch in Österreich nicht sehr bekannt. Weswegen man damit auch nicht viel Geld verdienen könne. "Die Sponsoren sind rar und gebe es keine öffentlichen Förderungen, dann wäre auch diese Heim-EM nicht möglich gewesen", erklärt Godler und fügt hinzu: "Beim Auftakt am Montag waren 800 Besucher hier, und beim Finale werden es noch mehr sein. Es wäre für uns wirklich eine Ehre, wenn wir 2014 mit dabei sein könnten."