Michael Grabner (r.) will den Islanders zu einer Play-off-Teilnahme verhelfen. - © ap
Michael Grabner (r.) will den Islanders zu einer Play-off-Teilnahme verhelfen. - © ap

Wien. Mit einem neuen Format, viel Freiluftsport, reduzierter Gehaltsobergrenze und Olympia als internationalem Höhepunkt startet die nordamerikanische Eishockey-Liga NHL am Dienstag in das Jahr eins nach dem Lock-out. Mit Thomas Vanek (Buffalo Sabres) und Michael Grabner (New York Islanders) kämpfen auch zwei österreichische Spieler um den Einzug ins Play-off. Der von den Philadelphia Flyers verpflichtete Kärntner Michael Raffl muss auf sein NHL-Debüt noch warten, er beginnt die Saison im Flyers-Farmteam Adirondack Phantoms in der AHL, kann aber jederzeit nach Philadelphia beordert werden.

Zu den Favoriten zählt keiner der drei Klubs der österreichischen Stürmer. Die Buffalo Sabres haben nach vielen enttäuschenden Saisonen einen grundlegenden Umbau der Mannschaft eingeleitet. Der langjährige Trainer Lindy Ruff wurde im Februar gefeuert und durch Ron Rolston, den bisherigen Cheftrainer im Farmteam, ersetzt. Kapitän Jason Pominville, langjähriger Sturmpartner von Vanek, wurde in den vergangenen Monaten ebenso abgegeben wie die routinierten Verteidiger Jordan Leopold, Robyn Regehr und Andre Sekera.

Buffalo beendete die Saison mit dem jüngsten Team der Liga und geht auch mit einer jungen Mannschaft in die neue Saison. Vom ehemaligen Kern der Mannschaft sind lediglich Vanek und Torhüter Ryan Miller übriggeblieben, die beide trotz zahlreicher Wechseldiskussionen in das letzte Jahr ihres aktuellen Vertrags gehen. Möglich ist ein Transfer aber noch bis 5. März.

Ob Vanek auch nach Ablauf seines mit 50 Millionen Dollar dotierten Siebenjahres-Kontrakts im kommenden Sommer in Buffalo bleibt, ist offen. Der 29-jährige Steirer hat erklärt, bei einem nicht zu langfristigen Umbau eine Verlängerung in Betracht zu ziehen. Experten halten das aktuelle Sabres-Team nicht für einen Play-off-Kandidaten, sehen aber eine rosigere Zukunft.

Während Buffalo das Play-off in der vergangenen Saison verpasst hat, waren die New York Islanders erstmals seit 2007 wieder dabei. Das Team um Superstar John Tavares lieferte den Pittsburgh Penguins eine mitreißende Serie, scheiterte aber an Crosby, Malkin und Co. Grabner war mit 16 Treffern im Grunddurchgang zweitbester Torschütze seines Teams. Der pfeilschnelle Villacher soll auch heuer wieder dafür sorgen, dass nicht nur die Einser-Linie für viel Torgefahr sorgt.

Eingewöhnung für Raffl


Grabner hat einen Großteil der Vorbereitung mit seinem Villacher Freund Michael Raffl absolviert, der von der zweiten schwedischen Liga in die NHL gewechselt ist. Der 24-Jährige hat in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen, ist aber von den Flyers nicht unerwartet ins Farmteam beordert worden, um sich auf die amerikanische Spielweise und die kleinere Eisfläche einzustellen. Raffl dürfte aber gute Chance auf sein NHL-Debüt in dieser Saison haben.

Diese Saison ist aber auch für die Liga eine besondere. Im vergangenen Jahr ist das halbe Spieljahr wegen des Tarifstreits zwischen Liga und Spielergewerkschaft ausgefallen. Nach der Einigung auf einen Zehnjahresvertrag will die NHL nun wieder auf dem Eis für Schlagzeilen sorgen, attraktive Marketingangebote liefern und die Fans wieder an sich zu binden. Die Liga beschreitet dabei neue Wege.

Die NHL ist vom langjährigen Format mit sechs Divisionen innerhalb von zwei Conferences abgegangen und hat auf vier Divisionen reduziert. Die Atlantic (mit Buffalo) und die Metropolitan Division (mit den NY Islanders) spielen im Osten acht Aufsteiger ins Play-off aus, die Central und Pacific Division im Westen. Die besten drei jeder Conference plus zwei weitere Klubs je Conference steigen auf.

Zudem setzt die Liga auf Freiluftspiele wie noch nie. Insgesamt sechs Matches sind in Football-Stadien geplant, darunter das mittlerweile traditionelle Winter Classic am Neujahrstag. Bei der Partie zwischen den Detroit Red Wings und den Toronto Maple Leafs im Michigan Stadium werden zu Jahresbeginn 110.000 Zuschauer erwartet, was NHL-Rekord wäre. Zudem wird im Olympia-Stadion von Vancouver, im Dodger Stadium von Los Angeles, dem Soldier Field in Chicago und dem Yankee Stadium in New York City unter freiem Himmel gespielt.

Die 30 Klubs gehen mit einem markant geringeren Aufwand für Spielerverträge in die neue Saison. Der Salary Cap, die Gehaltsobergrenze, wurde pro Klub von 70,4 Millionen US-Dollar auf 64,3 Millionen Dollar zurückgeschraubt. Als Titelverteidiger gehen die Chicago Blackhawks in die Saison.