Die Titelverteidiger Robert Gardos/Daniel Habesohn stehen bei der Tischtennis-Heim-EM in Schwechat im Doppel-Finale. Die Lokalmatadore gewannen am Samstag im Semifinale in einem gut besuchten Multiversum gegen die spanischen Qualifikanten He Zhi Wen/Carlos Machado 4:2. Im Endspiel treffen sie auf die Portugiesen Tiago Apolonia/Joao Monteiro.

Zuvor schlugen sie im Viertelfinale die portugiesisch-kroatische Paarung Marcos Freitas/Andrej Gacina i 4:1 (9,-7,8,6,10).

Gardos/Habesohn hatten sich zum Auftakt gegen die Slowaken Thomas Keinath/Samuel Novota zu einem 3:2-Sieg gemüht, beim 3:1 im Achtelfinale gegen die Rumänen Ovidiu Ionescu/Hunor Szocs klappte es vom Spielerischen schon besser.

Im Einzel verlor Robert Gardos in der zweiten Runde gegen den Griechen Panagiotis Gionis. Der Italiener Mihai Bobocica schlug die österreichische Hoffnung Chen Weixing 4:1 (9,4,-8,7,9).

Ausgezeichnet schlug sich hingegen Stefan Fegerl. Er steht bei den Tischtennis-Europameisterschaften im Einzel-Viertelfinale. Der 25-Jährige fixierte seinen bisherigen Karriere-Höhepunkt Samstagnachmittag mit einem 4:1 (8,-8,10,10,6)-Sieg im Achtelfinale gegen den Russen Alexej Liwenzow.

Im Viertelfinale lieferte  der 25-Jährige dem als Nummer zwei gesetzten Triple-Ex-Europameister Wladimir Samsonow einen begeisternden Kampf, ehe er dem Weißrussen 1:4 (-9,11,-7,-12,-5) unterlag.

Importierte Spielerinnen

Das Damen-Semifinale wird am Sonntag ausschließlich von EM-Neulingen bestritten. Es handelt sich aber nicht um Shooting-Stars aus dem Nachwuchs, sondern mit Li Fen (SWE), Yu Fu (POR), Shan Xiaona und Han Ying (beide GER) um gebürtige Chinesinnen. Sie traten erstmals auf Kontinental-Ebene auf, verbauten EM-erfahrenen Aktiven den Weg auf das Podest.

Bei drei dieser vier im Viertelfinale Ausgeschiedenen handelt es sich allerdings ebenfalls um in China gebürtige Damen. Es sind dies die Türkin Hu Melek, die von SVS-Ströck-Spielerin Li Fen ausgebootete topgesetzte Spanierin Shen Yanfei und um die zweifache niederländische Ex-Europameisterin Li Jiao. Nur die Weißrussin Veronika Pawlowitsch mischte im Konzert der Ex-Chinesinnen mit, die Titelverteidigerin musste sich Han Ying nur hauchdünn 3:4 geschlagen geben.

In dieser Partie zweier Verteidigerinnen trat das im Tischtennis sehr selten praktizierte Zeitspiel in Kraft. Nachdem ein Satz länger als zehn Minuten gedauert hatte, wurde von einem beigezogenen dritten Schiedsrichter bei jedem Ballwechsel laut mitgezählt. Wenn die Aufschlägerin nicht spätestens mit dem 13. Ball punktete, ging der Punkt an die Rückschlägerin. Die war damit klar im Vorteil. Pawlowitsch vergab schließlich drei Matchbälle, ehe Han ihren ersten nutzte.