Und er spielt immer noch. Tommy Haas agiert im Spätherbst seiner Karriere wieder in Bestform. - © ap
Und er spielt immer noch. Tommy Haas agiert im Spätherbst seiner Karriere wieder in Bestform. - © ap

Wien. (art) Zur Ankunft gab’s eine Trainingseinheit in der Stadthalle und eine Fiakerfahrt samt Kaffeehausbesuch. "Es macht immer wieder aufs Neue Spaß, in Wien zu sein und das Turnier hier zu spielen", sagte Tommy Haas, der es einem auch nicht übel nimmt, ein alter Bekannter genannt zu werden. Immerhin hat der Deutsche, der mittlerweile auch über einen amerikanischen Pass verfügt, 2001 das erste und bisher einzige Mal am Vogelweidplatz triumphiert - und damit zu einer Zeit, in der einige, die aktuell bei den Erste Bank Open vertreten sind, vom Profitennis noch nicht einmal geträumt haben.

Am Donnerstag bestreitet Haas, mittlerweile 35 Jahre alt und vom Sonnyboy längst zum Familienvater geworden, seinen ersten Auftritt in der Stadthalle. Dank seiner Setzung als Nummer zwei hatte er in der ersten Runde ein Freilos, wodurch er seine Rückenbeschwerden, deretwegen er vor dem Shanghai-Achtelfinale in der vergangenen Woche aufgeben musste, auskurieren konnte.

Haas mit Chance auf London


Im Achtelfinale in Wien trifft er nun auf einen Mann, dessen Name ebenfalls in den Ohren von Tennisfans vertraut klingt: Miloslav Mecir, zehn Jahre jünger als Haas, ist der Sohn des gleichnamigen Olympiasiegers von 1988. In Wien steht er zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Hauptbewerb bei einem ATPTurnier.

Die Rollen sind damit klar verteilt, Haas der erklärte Favorit. Im Spätherbst seiner Karriere arbeitete er sich nach einer langen Verletzungspause seit der vergangenen Saison wieder stetig nach vorne, aktuell rangiert er auf Platz zwölf der Weltrangliste und hat bei optimalem Verlauf der kommenden Wochen sogar noch Chancen, sich erstmals in seiner Laufbahn für das World Tour Finale der besten Acht Ende November zu qualifizieren.

Doch Haas ist nicht der einzige Topstar, der am Donnerstag erstmals für volle Ränge in der Stadthalle sorgen könnte. Aus österreichischer Sicht wird das Duell des einzigen noch im Turnier verbliebenen Lokalmatadors Dominic Thiem gegen Jaroslav Pospisil mit Spannung erwartet- der Tscheche hatte als Lucky Loser den kurzfristig an der Schulter verletzten Marinko Matosevic ersetzt und am Abend Gael Monfils (FRA/6) - mt 7:6, 7:5 geschlagen. Und international bietet der erste Auftritt des Franzosen Jo-Wilfried Tsonga, Wien-Sieger von 2011, gegen den Deutschen Daniel Brands, den Bezwinger von Andreas Haider-Maurer, einen weiteren Höhepunkt am Super-Thursday.

Tsonga Favorit


Tsonga gilt noch vor Haas als Favorit auf den Turniersieg, gelingt ihm dies, wäre das ein wichtiger Schritt auf dem Weg Richtung Tour-Finale. Der 28-Jährige hat sich nach überstandener Knieblessur, die ihn nach Wimbledon drei Monate gekostet hatte, zuletzt wieder in starker Form präsentiert, in Shanghai in der Vorwoche das Halbfinale erreicht. Fix für London qualifiziert sind bisher nur Rafael Nadal, Novak Djokovic, David Ferrer und Juan Martin Del Potro.