• vom 08.11.2013, 14:59 Uhr

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Olympia 2022

Mitreden beim zweiten Anlauf




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Von Matthias Nagl

  • Die Olympia-Gegner trugen die Debatte dorthin, wo die Münchner diskutieren - ins Hofbräuhaus
  • Ob sich München ein zweites Mal um Olympia bewirbt, entscheiden die Bürger.

Offizielle Kandidatenstadt war München 2018, als es an Pyeongchang scheiterte. Dass es diesmal überhaupt zu einer Bewerbung kommt, wollen die Gegner in letzter Minute verhindern. - © dpa/Kneffel

Offizielle Kandidatenstadt war München 2018, als es an Pyeongchang scheiterte. Dass es diesmal überhaupt zu einer Bewerbung kommt, wollen die Gegner in letzter Minute verhindern. © dpa/Kneffel

München. Ein paar Tage, bevor München entscheidet, ob es 2022 Olympische Winterspiele veranstalten will, ist die Debatte auch dort angelangt, wo die Bayern zu diskutieren pflegen. Die Gegner der Olympiabewerbung von der Plattform NOlympia haben am Donnerstagabend zu einer Diskussionsveranstaltung ins Hofbräuhaus im Herzen Münchens geladen. Während im Erdgeschoß der Kathedrale der bayrischen Bierkultur Touristen aus aller Welt der Blasmusik lauschen und die Münchner ihr Feierabendbier mit Brathendl genießen, wird im Obergeschoß über den Bürgerentscheid diskutiert, dem sich die Münchner am Sonntag zu stellen haben.


Die Grünen, treibende Kraft der Olympiagegner, haben zur Diskussion in den Wappensaal geladen, der eigentlich eine große, holzgetäfelte Stube ist. An diesem Abend ist der kleine Saal bummvoll, die Grünen haben sich Verstärkung aus Salzburg geholt. Willi Rehberg, einst Olympia-Gegner in Salzburg, hält einen Vortrag. Der Pensionist und ehemalige Unternehmer war für die Bewerbung 2006 als Umweltberater noch aufseiten Salzburgs, gegen die Bewerbung Salzburgs für die Spiele 2014 kämpfte er an der Seite der heutigen Landeshauptfrau-Stellvertreterin Astrid Rössler bereits erfolgreich. Die Verantwortlichen ignorierten damals die von den beiden initiierte, nicht verbindliche Bürgerbefragung in der Stadt Salzburg, die sich gegen eine Bewerbung ausgesprochen hatte.

Grüne hoffen auf Signal

Im Hofbräuhaus wurde heftig diskutiert, unter anderem hielt der Salzburger Olympia-Gegner Willi Rehberg eine Rede.

Im Hofbräuhaus wurde heftig diskutiert, unter anderem hielt der Salzburger Olympia-Gegner Willi Rehberg eine Rede.© Nagl Im Hofbräuhaus wurde heftig diskutiert, unter anderem hielt der Salzburger Olympia-Gegner Willi Rehberg eine Rede.© Nagl

Nun erklärt er den Münchnern, warum sie von Olympia besser die Finger lassen sollen. Zuvor hat er das schon im Berchtesgadener Land gemacht, das am Sonntag ebenfalls über die Olympiabewerbung abstimmt. Anders als bei der Bewerbung für die Spiele 2018 wollen die Münchner Verantwortlichen die Bewerbungsunterlagen diesmal nur einreichen, wenn sie die Zustimmung der Bürger haben.

Für 2018 gab es nur in Garmisch-Partenkirchen eine Bürgerbefragung, nun stimmen neben München und Garmisch-Partenkirchen auch das Berchtesgadener Land und der Kreis Traunstein ab, wo im Konzept ebenfalls Bewerbe vorgesehen sind. Wenn sich nur eine Region gegen die Bewerbung ausspricht, wird es aus München keinen Bewerbungsbrief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) geben.

Die Grünen denken aber weiter und hoffen auf bundesweite Signalwirkung. "Wenn München Nein sagt, dann ist für die nächsten 20 Jahre das Thema in Deutschland gegessen", glaubt Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayrischen Landtag. Auch deshalb kämpft die Plattform, der etwa auch die Linke, Attac und der Naturschutzbund angehören, um jede Stimme. Während die Gegner vor allem aus Parteien und der Zivilgesellschaft kommen, setzen die Befürworter auf Sportprominenz. Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Markus Wasmeier und Sven Hannawald warben in den letzten Tagen für Olympia.

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Schlagwörter

Olympia 2022, München

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Dokument erstellt am 2013-11-08 15:03:05


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