Um Gregor Schlierenzauer ranken sich zahlreiche Spekulationen. Dass er in Falun dabei ist, kann als Hinweis gesehen werden, dass er auch die kommende Saison bestreitet. - © reuters/Kai Pfaffenbach
Um Gregor Schlierenzauer ranken sich zahlreiche Spekulationen. Dass er in Falun dabei ist, kann als Hinweis gesehen werden, dass er auch die kommende Saison bestreitet. - © reuters/Kai Pfaffenbach

Falun. Hört Thomas Morgenstern auf oder nicht? Macht Gregor Schlierenzauer eine Pause à la Janne Ahonen oder wird er auch in den olympiafreien Saisonen im Weltcup seine eigenen Rekorde jagen? Bekommt Österreichs Skisprung-Team in der kommenden Saison einen neuen Trainer oder wird Alexander Pointner in seine elfte Amtszeit gehen? In wohl keinem anderen Lager haben die Olympischen Spiele, die Medaillenlosigkeit in den Einzelbewerben, die zumindest unbedachten Äußerungen einzelner und die daraus medial hochstilisierten Streitigkeiten so viele Fragen hinterlassen wie im in der Vergangenheit so erfolgreichen heimischen Adlerhorst; und sie drehten sich vorwiegend um jene drei Persönlichkeiten, die diesem im vergangenen Jahrzehnt ihren Stempel am einprägsamsten aufgedrückt haben.

Am Mittwoch nun geht für die Skispringer nach dem Olympia-Abenteuer - und das war es wohl in jeder Hinsicht - der Alltag im Weltcup weiter. Die meisten Fragen werden wohl erst nach der Saison beantwortet werden. Dass Morgenstern beim Springen im schwedischen Falun (16.30 Uhr) ebenso wie bei den restlichen Saisonbewerben fehlen wird, ist nicht überraschend und sei noch kein Hinweis auf ein Karriereende, erklärte der 27-Jährige. Er müsse nach den emotionalen vergangenen Wochen samt Horrorsturz am Kulm, dem Kampf zurück und dem abschließenden Silbermedaillengewinn in der Mannschaft zur Ruhe kommen, seine Gedanken ordnen und danach eine Entscheidung treffen - "aber Skispringen reizt mich nach wie vor", sagte er.

Pointner macht Arbeit Spaß


Dass Pointner in Falun nicht auf der Kommandobrücke stehen wird, war ebenfalls schon länger ausgemacht, er wird in Schweden von Co-Trainer Alexander Diess vertreten und wird bei den kommenden Bewerben in Lahti und Kuopio wie geplant zur Mannschaft stoßen. Über seine Zukunft wird erst nach der Saison entschieden, allerdings ließ der Wahltiroler auch während der durchaus schwierigen Stunden in Sotschi, als interne Reibereien ans Tageslicht traten, durchklingen, dass er nach wie vor Interesse am Weitermachen habe. "Solche Unruhen gibt es mindestens ein-, zweimal im Jahr, nicht größer oder kleiner als die letzten Jahre", gab er zu Protokoll - "aber es macht mir unheimlich Spaß".

Dass Schlierenzauer sich nach einer kurzen Bedenkzeit entschlossen hat, die Reise nach Falun anzutreten, auch wenn die Chancen auf eine erfolgreiche Aufholjagd im Weltcup bei 251 Punkten Rückstand auf Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen und aktuell schlechterer Form gering sind, kann indessen als Indiz gewertet werden, dass der 24-Jährige auch die kommende Saison bestreiten und sich nicht, wie angedacht, eine Auszeit bis zur Vorbereitung auf die nächsten Olympischen Spiele nehmen wird. Im kommenden Jahr finden in Falun die nordischen Weltmeisterschaften statt, der sechsfache Weltmeister (Einzel und Team) könnte dort seine Medaillensammlung vergrößern.

Auch für Tourneesieger Thomas Diethart und Michael Hayböck geht es am Mittwoch schon um die Generalprobe für die WM. Die guten Einzelplatzierungen bei den Olympischen Spielen und vor allem das Teamsilber haben den beiden 22-Jährigen Lust auf mehr gemacht - egal, wie der Rest der Mannschaft dann aussieht.