Der Konkurrenz ist diese prinzipielle Ausgangsposition nur recht, allen voran dem amtierenden Meister. Auf die Boston Red Sox hätte 2013 kein Mensch, die eigenen Fans inklusive, auch nur einen Pfifferling gegeben. Nicht zuletzt deshalb traut man ihnen eine Wiederholung des Erfolgs zu, auch wenn Meisterfeiern am Stück in den vergangenen Jahren aus der Mode geraten sind. Das letzte Team, das gleich dreimal hintereinander Champion wurde, waren die New York Yankees 1998, 1999 und 2000. Trotz eines schweren Durchhängers im vergangenen Jahr - das bestgehasste Team Amerikas erreichte nicht einmal die Play-offs - zählen Letztere heuer wieder zum erweiterten Favoritenkreis. Gemäß dem Credo seines seligen Vaters George ("Wenn du sie nicht besiegen kannst, kauf sie") entschloss sich Eigentümer Hal Steinbrenner in der Off-Season zu einem wahren Kaufrausch, unter anderem zog man die Outfielder Jacob Ellsbury von Erzfeind Boston und Carlos Beltran von den Cardinals sowie Catcher Brain McCann von den Atlanta Braves ab.

Abschied von einer Ikone


Garantiert ist den Blauweißen aus der Bronx insofern bereits jetzt eine gut besuchte Spielzeit, weil es sich um die erklärtermaßen letzte von Derek Jeter handelt. Der Status des 40-Jährigen ist mit Ikone nur unzureichend beschrieben, und das liegt nicht nur an seiner Klubtreue - Jeter hat in seiner ganzen Karriere nur für eine einzige Mannschaft gespielt - sondern auch daran, dass diese von allem gekennzeichnet war, nur nicht von Skandalen. Steroide und sonstige Aufputschmittel hat der coole Shortstop nie gebraucht, und weil sich auch sein Privatleben gänzlich fad darstellt, ist ihm schon jetzt ein Platz in der Baseball Hall of Fame in Cooperstown, New York, sicher.

Bleiben noch die Geheimtipps, die angesichts ihrer ausladenden finanziellen Möglichkeiten eigentlich keine sein dürften, bei denen es aber in der Vergangenheit an Teamgeist und Konsistenz mangelte. Die noch jüngst hoch gehandelten Toronto Blue Jays, das einzige kanadische Team der Liga, steht trotz riesiger Investitionen ins Personal vor einem Scherbenhaufen; 2013 gewannen sie gerade mal 74 Matches, nicht einmal die Hälfte von allen gespielten. Ebenso am Stock gehen die Los Angeles Angels, ehedem ebenfalls als Fixstern am Play-off-Himmel eingeplant. So bleiben als Einzige, die den Dodgers wirklich Paroli bieten könnten, die Texas Rangers über. Deren Manager haben sich als Verstärkung den buchstäblich wie sprichwörtlich mächtigen First Baseman Prince Fielder von den Detroit Tigers geholt, einen von denen, die manchmal ganz allein den Unterschied machen können. Wie groß der in der heurigen Saison zum Rest des Feldes sein wird? Zeit spielt beim Baseball keine Rolle. Aber sie läuft trotzdem für alle gleich.