Der Toyota Nummer 7 mit Alexander Wurz startet aus der Pole Position in das 24-Stundenrennen von Le Mans - herausgefahren hat die Bestzeit sein japanischer Teamkollege Kazuki Nakajima. - © Toyota Racing
Der Toyota Nummer 7 mit Alexander Wurz startet aus der Pole Position in das 24-Stundenrennen von Le Mans - herausgefahren hat die Bestzeit sein japanischer Teamkollege Kazuki Nakajima. - © Toyota Racing

Le Mans. Die 82. Auflage des Motorsport-Klassikers 24 Stunden von Le Mans am Wochenende wird zum Dreikampf zwischen Seriensieger Audi, Rückkehrer Porsche und WM-Leader Toyota - und auch zum Wettstreit zukunftsweisender Automobil-Technologien. Denn das revolutionäre neue Regelwerk lässt heuer den Konstrukteuren weitgehend freie Hand, es begrenzt lediglich die verfügbare Energiemenge. In Prosa: Wer das effizienteste Auto baut, gewinnt - das Rennen geht diesmal bei Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h weniger um Hundertstelsekunden denn um Zentiliter. Benziner - wie der Toyota und auch der Porsche - dürfen nach dem neuen Reglement maximal 4,79 Liter pro Runde - exakt 13,629 Kilometer - verbrauchen, die Audi-Diesel müssen mit 3,95 Liter auskommen.

Wenn Ferraris Formel-1-Star Fernando Alonso am Samstag
(15 Uhr MESZ, ORF 1) in Le Mans das Startzeichen zum dritten Lauf der Langstrecken-WM 2014 gibt, gehen die "Großen Drei" der Königsklasse LMP1 des Langstreckenrennsports trotz stark unterschiedlicher Motoren-Technologie ziemlich Kopf an Kopf ins Rennen - alle drei kommen auf Systemleistungen von rund 1000 PS.

Trotz durchwachsener Vorbereitung - Vorjahressieger Loic Duval zertrümmerte schon im ersten Training seinen Wagen und erhielt von den Ärzten Startverbot - ist auch diesmal Seriensieger Audi -wieder Favorit -schon zwölf Mal gewann die VW-Tochter seit 2000.

Die Ingolstädter setzen in ihrem R 18 E-Tron Quattro auf den bewährten V6-Diesel, dessen Hubraum allerdings von 3,7 auf 4,0 Liter erhöht wurde, und ein Hybridsystem mit Schwungradspeicher, das die beim Bremsen zurückgewonnene kinetische Energie in elektrischen Strom für den Antrieb der Vorderräder umwandelt.

Porsche ist die große Unbekannte, Ex-Formel-Fahrer Mark Webber einer der Piloten im nagelneuen 919 Hybrid. "Wir wollen der Konkurrenz auf Augenhöhe begegnen, obwohl die natürlich einen Erfahrungsvorsprung haben", hat sich Fritz Enzinger für die Rückkehr nach Le Mans nach 16 Jahren vorgenommen. Der Steirer leitet das Zuffenhausener LMP1-Projekt - "das ist der komplexeste Rennwagen, den Porsche je gebaut hat". Als Verbrennungsmotor dient ein V4-Zylinder-Direkteinspritzer-Benziner mit zwei Liter Hubraum und Mono-Turboaufladung. Dazu kommen als Verstärkung gleich zwei Hybrid-Module: eines für die Rückgewinnung der Bremsenergie; ein zweites, bei dem ein Generator im Abgasstrom des Turboladers elektrische Energie in Lithium-Ionen-Akkus speichert. Mit dem Strom werden dann die Vorderräder angetrieben, auch der Porsche wird zum temporären Allradler.