Dominic Thiems Weg führt steil nach oben. - © ap/Jason DeCrow
Dominic Thiems Weg führt steil nach oben. - © ap/Jason DeCrow

New York. (art/apa) Zweite Runde bei den Australian Open, zweite Runde bei den French Open und nun Achtelfinale bei den US Open: Der Weg von Dominic Thiem führt - freilich mit den kalkulierbaren Rückschlägen wie dem Erstrundenaus auf dem ungewohnten Rasen von Wimbledon - stetig nach oben. Am Dienstag trifft der 20-jährige Niederösterreicher auf den Tschechen Tomas Berdych.

Freilich ist Österreichs Nummer eins in dieser Partie gegen den Weltranglisten-Siebenten krasser Außenseiter. Doch Thiem hat schon oft bewiesen, dass er auch gegen besser placierte Spieler reüssieren kann; in der zweiten Runde gegen Ernests Gulbis, der in der Weltrangliste auf Platz zwölf liegt, danach schlug er den Spanier Feliciano Lopez, in New York als Nummer 19 gesetzt, deutlich mit 6:4, 6:2, 6:3. "Gleich im ersten Jahr in eine zweite Grand-Slam-Woche. Einfach nur geil", lautete sein Kommentar auf seiner Facebook-Seite. So jugendlich, wie Thiem in solchen Aussagen wirkt, so reif gibt er sich auf dem Platz. Auch diesmal hielt er sich strikt an seinen Matchplan, Lopez mit dem Return unter Druck zu setzen. "Das war vielleicht das Wichtigste heute, dass er mich mit seinem Aufschlag nicht dominieren konnte", erklärte er. "Im Moment bin ich einfach nur mega stolz und froh, dass ich das erreicht habe nach der sauschweren Phase in den letzten Wochen."

Denn vor den US Open hatte Thiem mit der ersten wirklichen Schwächephase seiner noch jungen Karriere zu kämpfen. Nach dem missglückten Ausflug auf Rasen erreichte er zwar beim Bet-at-Home-Cup in Kitzbühel das Finale, die Nordamerika-Tournee verlief aber nicht so wie gewünscht. In Toronto und Cincinnati musste sich Thiem jeweils schon in der ersten Runde verabschieden, die Verunsicherung war groß, die Strapazen seiner ersten Profisaison steckten im Körper.

Doch nun widmet sich Thiem wieder seinem nächsten Ziel: Im Jänner möchte er in der Weltrangliste so weit vorne liegen, dass er bei den Australian Open unter den 32 Gesetzten ist. Aktuell ist er 45. der Welt, ungeachtet des weiteren Turnierverlaufs wird er nach den US Open unter den Top 40 aufscheinen. Im Herbst hat er vor allem die Punkte aus Wien zu verteidigen, wo er im Vorjahr erst im Viertelfinale gegen Jo-Wilfried Tsonga ausgeschieden ist. Zu diesem Zeitpunkt war Tsonga Nummer acht der Welt, Thiem die Nummer 149.

Ferrer, Scharapowa draußen


Bei den US Open ist er nun schon weiter gekommen als etwa der Weltranglistenfünfte David Ferrer. Während die Elite ansonsten geschlossen unter den besten 16 steht, musste sich der Spanier eine Runde vorher dem Franzosen Gilles Simon mit 3:6, 6:3, 1:6, 3:6 beugen. Bei den Damen gab es indessen mit dem Achtelfinal-Aus von Maria Scharapowa und jenem von Jelena Jankovic die nächsten Überraschungen. Scharapowa verlor 4:6, 6:2, 2:6 gegen die Dänin Caroline Wozniacki, Jankovic musste sich der 17-jährigen Schweizerin Belinda Bencic mit 6:7, 3:6 geschlagen geben. Damit sind bei den Damen nur noch drei Top-Ten-Spielerinnen vertreten.