Wien. Für den einen ist es eine Art Heimkehr nach einem nicht immer befriedigenden Wanderjahr, für den anderen geht es um die Bestätigung einer starken Rookie-Saison, für den Dritten um den Kampf zurück in den Kader. Die drei Österreicher in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL starten unter höchst unterschiedlichen Vorzeichen in die am Mittwoch beginnende Saison. Thomas Vanek ist in seine zweite Heimat zurückgekehrt und hat bei Minnesota Wild angeheuert. Michael Raffl geht in sein zweites Jahr bei den Philadelphia Flyers, Michael Grabner muss bei den New York Islanders wegen einer Oberkörperverletzung dagegen vorerst wohl noch pausieren.

Routiniertester aus dem Trio ist Vanek, der nach Stationen bei drei verschiedenen Klubs in der vergangenen Saison bei Minnesota Wild einen mit 19,5 Millionen Dollar dotierten Dreijahresvertrag unterschrieben hat. Der 30-Jährige hat sich einst an der University of Minnesota einen Namen gemacht, als er die Golden Gophers 2003 zum Sieg in der College-Meisterschaft geführt hat, seine Frau stammt von dort, und die Familie Vanek lebt in der Kleinstadt Stillwater, rund 20 Kilometer von Saint Paul, der Heimat des Wild-Stadions Xcel Energy Center, entfernt. "Viele Leute glauben, dass ich hier hergekommen bin, weil ich hier wohne. Es ist ein Bonus, aber es nicht der Grund", sagte der Österreicher laut Klub-Homepage vor seinem Pflichtspiel-Debüt am Donnerstag zu Hause gegen Colorado Avalanche.

Vielmehr erhofft sich der Verein, der sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert und zuletzt zum zweiten Mal in der Klubgeschichte seit 2000 die zweite Play-off-Runde erreicht hat, von ihm eine Steigerung in der Offensive. Denn hier gibt es Nachholbedarf: In der Rangliste der geschossenen Tore lagen sie in der Vorsaison nur auf dem 24. Platz, in der Powerplay-Statistik auf dem 16. Vanek soll die Wild in diesen Kategorien nach vorne bringen. Seit seinem Debüt in der NHL 2005 hat er mit 277 Treffern die achtmeisten Tore im Grunddurchgang und mit 113 die drittmeisten im Powerplay erzielt. In Minnesota wird er mit dem finnischen Kapitän und Center Mikko Koivu die zweite Sturmreihe bilden, an ihrer Seite werden Matt Cooke oder Charlie Coyle stürmen. General Manager Chuck Fletcher unterstrich noch einmal die hohen Ambitionen des noch jungen Vereins: "Jeder war glücklich, dass wir eine Runde überstanden haben, aber unser aller Erwartungen für die Zukunft sind ein bisschen höher", sagte er. Und auch Vanek sieht noch genug Luft nach oben. "Werden wir am Ende das beste Team sein? Ich weiß es nicht - aber ich glaube, wir haben das Potenzial dazu."