Pitcher Danny Duffy von den KC Royals hat es in der Hand, am Dienstag den Sieg zu holen. - © ap/Riedel
Pitcher Danny Duffy von den KC Royals hat es in der Hand, am Dienstag den Sieg zu holen. - © ap/Riedel

New York. Bevor jetzt wieder alle fragen: Das Kansas City, von dem hier die Rede sein wird, liegt im US-Bundesstaat Missouri. Nicht in Kansas. Dort gibt es zwar auch ein Kansas City und es grenzt sogar an Kansas City, Missouri, allerdings ist nämlicher Ort eine eigene Stadt - und viel, viel größer. KC-M hat rund eine halbe Million Einwohner, KC-K dafür nicht einmal 150.000. Alles klar? Nachdem die geografische Frage geklärt ist, nun zum wirklich Wichtigen: Am Dienstag beginnen die Endspiele im professionellen Baseballsport, es wird, wie immer, zu maximal sieben von ihnen kommen.

Im Rahmen der diesjährigen World Series, der 110. ihrer Geschichte, treffen zwei Mannschaften aufeinander, denen man das vor Saisonbeginn kaum zugetraut hätte. Denen einen, den San Francisco Giants nämlich, noch weniger als den anderen. Das erste Mal seit den Achtzigerjahren stehen die Kansas City Royals wieder im Finale, nach beeindruckenden Play-off-Siegen über die Baltimore Orioles, die Los Angeles Angels und die Oakland Athletics. Acht Siege, bisher keine einzige Niederlage in der K.o.-Phase: Das hat es zuvor noch nicht gegeben; weder in der das Team beherbergenden American League noch in der National League, und dementsprechend groß ist der Hype um die Royals jetzt auch im Rest des Landes. Überraschung ist angesichts des Geschehenen kaum ein Ausdruck. Markiert wird nicht weniger als das Ende einer der längsten Durststrecken der Baseball-Geschichte. Seit sie 1985 die St. Louis Cardinals besiegten, hatte es Kansas City nicht ein einziges Mal mehr auch nur in die Play-offs geschafft. Von der World Series ganz zu schweigen.

Bis heuer. Um ein Haar wäre das Finale 2014 sogar zu einer Neuauflage des Missouri-Derbys von damals geworden. Aber weil die Nordkalifornier im Endspiel um den Titel der National League (quasi das Halbfinale des Meisterschaftsbewerbs) die Cardinals klar besiegten, wird das Verkehrsaufkommen auf der Kansas City und St. Louis verbindenden Interstate 70 diese Woche überschaubar bleiben. Der scheidende Liga-Commissioner Bud Selig hätte es so oder so mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Sein Verband macht das große Geld mit Fernsehrechten. Und wenn zwei Teams aus relativ kleinen Märkten aufeinanderstoßen, zahlt sich das bei weitem nicht so aus, wie wenn beispielsweise eines der großen New Yorker Teams gegen die Los Angeles Dodgers spielen würde. Aber gut, San Francisco ist ja auch nicht irgendwer und favorisiert werden sie auch, wegen der Erfahrung mit solchen Momenten.