Simona Halep krönte ein hervorragendes Jahr mit ihrem "größten Sieg". Bis jetzt zumindest. - © ap/Mark Baker
Simona Halep krönte ein hervorragendes Jahr mit ihrem "größten Sieg". Bis jetzt zumindest. - © ap/Mark Baker

Singapur. (art/apa) "Es ist tatsächlich peinlich, wie ich heute gespielt habe. Ja, sehr peinlich." Die Worte von Serena Williams ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die 33-jährige US-Tennisspielerin, die trotz einer erst kürzlich überwundenen Verletzung als Nummer eins der Weltrangliste und klare Favoritin ins World-Tour-Finale der Damen in Singapur gegangen war, musste in ihren Titelambitionen schon im zweiten Spiel einen herben Dämpfer hinnehmen. Sie verlor nicht nur irgendwie gegen die Rumänin Simona Halep, sondern gleich mit 0:6, 2:6 und sprach danach von einer miserablen Leistung vor allem bei der Vorhand und beim Aufschlag.

Während Williams dadurch um den Halbfinaleinzug bangen muss, steht ihre um zehn Jahre jüngere Konkurrentin nach zwei Siegen - davor hatte sie der Kanadierin Eugenie Bouchard mit 6:2, 6:3 ähnlich wenig Chancen gelassen - bei ihrer ersten Teilnahme am Saisonabschlussturnier der besten Acht an der Tabellenspitze der roten Gruppe vor Williams und Ana Ivanović, die Bouchard mit 6:1, 6:3 abfertigte, und plötzlich als eine der gar nicht mehr so geheimen Geheimfavoritinnen da. Da sie zuvor noch nie eine Nummer eins, zwei oder drei der Welt geschlagen hatte, sprach sie danach vom "größten Sieg meiner Karriere"; doch ganz so plötzlich kommt der Höhenflug nicht. Er hat vielmehr vor knapp eineinhalb Jahren begonnen, als die Rumänin im Juni 2013 ihren ersten Turniersieg gefeiert hat. Es folgten binnen 13 Monaten sieben weitere; zudem stieß Halep heuer bis ins Finale der French Open und ins Halbfinale von Wimbledon vor und kletterte nach ihrem bisher letzten Turniersieg bei ihrer Heimveranstaltung in Bukarest im Sommer kurzfristig auf Platz zwei der Welt. Aktuell liegt Halep, die schon bei den Junioren unter anderem mit dem French-Open-Titel im Jahr 2008 als großes Talent gegolten hatte, auf dem vierten Rang; kann sie ihren Siegeszug so fortsetzen, ist eine neuerliche Verbesserung wahrscheinlich.

Dabei war bis vor kurzem nicht einmal ihr Antreten in Singapur sicher. Anfang Oktober zwang sie eine Hüftverletzung in Peking zur vorzeitigen Aufgabe. Nun erklärte sie: "Ich bin überglücklich. Jetzt muss ich mich auf meine weiteren Spiele konzentrieren, danach wird aber auf jeden Fall gefeiert."

Kurze Babypause


Gefeiert wird derzeit auch im Hause Novak Đoković, wenn auch aus anderen Gründen: Der serbische Weltranglistenerste gab am Mittwoch via Twitter bekannt, zum ersten Mal Vater geworden zu sein. Seine Ehefrau Jelena habe Sohn Stefan zur Welt gebracht, "Ich bin so stolz auf meine wunderbare Ehefrau Jelena", schrieb der 27-Jährige, der erst im Juli geheiratet hat. Lange wird er aber nicht bei der jungen Familie bleiben können, nach einer kurzen Pause bestreitet er kommende Woche das Masters-1000-Turnier in Paris, im November steht dann auch bei den Herren das World-Tour-Finale auf dem Programm. Đoković will dort die Nummer-eins-Position in der Weltrangliste behaupten, aktuell hat er 990 Punkte Vorsprung auf den Schweizer Roger Federer, der am Mittwochabend bei seinem Heimturnier in Basel die erste Runde gegen den Luxemburger Gilles Muller klar mit 6:2, 6:1 gewann. Der Österreicher Dominic Thiem ist indessen an selber Stelle bereits am Tag davor gegen den Belgier David Goffin ausgeschieden, und auch für den zweiten derzeit auf der ATP-Tour engagierten Österreicher lief es nicht besonders. Jürgen Melzer unterlag Wien-Sieger Andy Murray in Valencia mit 3:6, 3:6.

Der Brite, in Spanien als Nummer drei gesetzt, hat seine Chancen, am Saisonabschlussturnier teilzunehmen, mit dem siebenten Sieg im siebenten Spiel gegen den Niederösterreicher damit weiter intakt gehalten. Fix dafür qualifiziert sind neben Đoković und Federer auch der gesundheitlich angeschlagene Rafael Nadal, der Schweizer Australian-Open-Sieger Stanislas Wawrinka sowie der Kroate Marin Čilić.