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Miami. (art/apa) Nach der Trainingsrunde schnell ein paar Autogramme schreiben, dann Journalisten-Fragen beantworten und ab zum Foto-Shooting für den Sponsor: Bernd Wiesberger hat derzeit alle Hände voll zu tun. Denn mit 29 Jahren ist Österreichs erfolgreichster Golfprofi der Geschichte voll angekommen in der erweiterten Weltspitze, inmitten derer er am Donnerstag bei der WGC-Championship in Miami abschlägt. Dotiert ist das erste der vier Turniere der hochkarätigen WGC-Serie mit 9,25 Millionen Dollar, die Top Ten der Weltrangliste sind im insgesamt nur 74 Mann starken Teilnehmerfeld geschlossen vertreten, einen Cut gibt es nicht.

Anders als bei seinem Premierenauftritt auf der regulären US-PGA-Tour in Los Angeles, als Wiesberger den Cut um zwei mickrige Schläge verpasst hat, fällt dieses Ziel damit weg. Ergo kann er sich voll auf sein Spiel konzentrieren - und darauf, auch in dieser Serie Erfahrung, Weltranglistenpunkte und Preisgeld zu sammeln.

Augusta in Sichtweite


Das Turnier zählt auch zur European Tour, in der der Österreicher nach einem starken Saisonstart mit den Plätzen sechs in Abu Dhabi, drei in Katar, vier in Dubai und zwei in Malaysia in der Preisgeldliste derzeit mit mehr als 577.000 verdienten Euro an der sechsten Stelle liegt. In der Weltrangliste hält Wiesberger aktuell den 39. Rang, was ihm die Startberechtigung für die Hochkaräter in der Welt des Golfsports einbrachte.

Bis zum traditionsreichen Masters in Augusta ab 9. April kann er nur noch theoretisch aus den Top 50 fallen, womit ein Start auch dort als sicher gilt. Wiesberger, für den sich damit "ein Kindheitstraum" erfüllen würde, wie er sagt, wäre damit der erste Österreicher, der bei diesem Turnier abschlagen darf. Und er könnte auch abgesehen davon der erste Österreicher sein, der regelmäßig in Amerika spielt. Schon jetzt steht fest, dass er das Arnold-Palmer-Invitational in Orlando bestreiten wird, auch das zweite WGC-Turnier, das Cadillac Match Play Ende April in San Francisco, und die mit zehn Millionen Dollar dotierte Players Championship Anfang Mai in Ponte Vedra werden aller Voraussicht nach mit seiner Beteiligung stattfinden.

"Endlich qualifiziert"


Vorerst aber gilt die Aufmerksamkeit Wiesbergers voll und ganz der WGC-Championship in Miami und dem gefürchteten Blue Monster Course. Wiesberger kennt ihn zwar schon von Trainingsaufenthalten, diese liegen allerdings schon länger zurück. Mittlerweile wurde der Kurs umgestaltet, womit er mit seinen 6840 Meter Länge nicht nur als einer der längsten und wasserreichsten, sondern auch als einer der schwierigsten gilt. Dass er auch für die besten Golfer der Welt eine große Herausforderung darstellt, untermauert das Scoreboard des Vorjahres: Damals gewann der US-Amerikaner Patrick Reed mit vier unter Par, insgesamt schafften es nur fünf Teilnehmer, das Turnier mit Par oder einem besseren Ergebnis abzuschließen. Wiesberger freut sich auf die Herausforderung, zumal die langen Spielbahnen ihm nicht unbedingt ungelegen kommen. "Endlich ist es mir gelungen, mich für dieses Turnier zu qualifizieren. Ich bin sicher, dass die PGA of America den Platz für uns so schwierig wie möglich herrichtet", erklärte der 29-Jährige, der am Donnerstag (18.17 Uhr MEZ) mit dem Engländer Tommy Fleetwood im einzigen Zweier-Flight auf die Runde geht. Es wird nicht seine letzte auf amerikanischem Boden sein.