Berlin. (rel) Es waren Szenen, die man sonst nur aus Fußballstadien kennt. Kurz vor Beginn der Euroleague-Basketball-Partie zwischen Alba Berlin und Galatasaray Istanbul am Donnerstagabend hatten etwa 50 Anhänger der Gäste den Alba-Fanblock gestürmt und für ein Chaos in der Halle gesorgt. So soll etwa ein Fan mit einer Schreckschusspistole geschossen haben, dazu wurden Böller sowie ein Klappstuhl geworfen und Ordnungskräfte bespuckt. Die Mannschaften brachten sich in ihren Kabinen in Sicherheit und die Polizei schritt ein. Wie ein Polizeisprecher laut Medienberichten erklärte, dürften der überraschenden Attacke auf die Berliner Fans - darunter auch Kinder - heftige Auseinandersetzungen unter rivalisierenden Gruppen der türkischen Fans vorangegangen sein. Alba-Geschäftsführer Marco Baldi kritisierte das Verhalten der Gästefans scharf. "Geschehnisse dieser Art habe ich in 40 Jahren im deutschen Basketball nicht erlebt. Das hat generell im Sport und erst recht in unserer Arena überhaupt nichts zu suchen. Wir verurteilen das auf das Allerschärfste", wird Baldi auf der Internetseite des Klubs zitiert. Unter den Augenzeugen war auch der regierende Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Verzögerter Anpfiff, aber Sieg


Erst nach Einschreiten der Polizei konnte das Spiel mit einstündiger Verspätung wieder aufgenommen werden. Die Schiedsrichter hatten sich zuvor lange mit den Sicherheitskräften beraten und gewarnt, bei einem neuerlichen Zwischenfall die Partie abzubrechen. Alba Berlin jedenfalls gelang es in der Folge, seine Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales in der Euroleague zu wahren. Die Hauptstädter siegten vor rund 13.000 Zuschauern gegen Galatasaray Istanbul mit 75:68.

Schon das Hinspiel in Istanbul war keines wie jedes andere gewesen. Galatasaray und Alba traten vor leeren Rängen an, da die Euroleague die Türken zuletzt wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zu drei Heimspielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt hatte.