Wien. Mit dem Start des Play-offs der National Hockey League (NHL) setzt die Jagd auf den Stanley-Cup nun voll ein. Die begehrteste Trophäe im Klub-Eishockey ist auch der Traum der österreichischen Stürmer Thomas Vanek und Michael Grabner. Grabner und die New York Islanders bekommen es ab Mittwoch mit den Washington Capitals zu tun, Vanek und die Minnesota Wild spielen ab Donnerstag gegen die St.Louis Blues.

In der vergangenen Saison waren die Islanders noch eines der schwächsten Teams der Liga, dank Verstärkungen auf allen Positionen haben sie diesmal das Play-off aber souverän erreicht. Zum Abschied vom Nassau-Memorial-Coliseum wollen sich die Islanders, die ab nächster Saison in Brooklyn spielen, mit einer starken Postseason aus Uniondale verabschieden. Außerdem wartet der vierfache Champion schon seit 1983 auf einen neuerlichen Titelgewinn in der NHL.

Grabner will nach einem für ihn schwierigen Grunddurchgang ebenfalls noch einmal durchstarten. Der 27-jährige Villacher war oft und lange verletzt und musste vier Pausen einlegen. In der vergangenen Woche gab er aber wieder sein Comeback und ist nun bereit für sein drittes Play-off nach 2010 (mit Vancouver) und 2013. "Jetzt ist der Blick nach vorne gerichtet. Es zählt nur noch das Play-off", erklärte er.

Die Islanders und Capitals treffen zum siebenten Mal im Play-off aufeinander (5:1 für die Islanders), zuletzt allerdings schon vor 22 Jahren. Interessanter ist vielmehr das Duell von zwei der besten Stürmer der Liga: Washingtons Alexander Owetschkin, der sich mit 53 Treffern zum fünften Mal die Rocket-Richard-Trophy für den besten Torschützen geholt hat, und Islanders-Kapitän John Tavares, mit 86 Punkten die Nummer zwei der Scorerwertung. "Wir müssen Alexander Owetschkin entschärfen. Das ist klarerweise oberstes Gebot", meinte Grabner.

Entscheidend wird auch sein, ob die Islanders das Liga-beste Powerplay der Capitals entschärfen können. Das Capitals-Überzahlspiel profitiert nicht zuletzt von Owetschkin. Der Russe ist in den jüngsten zehn Saisonen (seit 2005/06) mit 175 Powerplay-Toren klar die Nummer eins der Liga. Auf Platz zwei folgt in dieser Zeitspanne Vanek mit 118.

Wild stark im Kommen


Powerplay-Tore des 31-jährigen Steirers können die Wild gegen die Blues, die das beste Penalty-Killing der NHL haben, gut brauchen. St.Louis gilt als ein aussichtsreicher Titelanwärter, in den vergangenen zwei Jahren scheiterten sie allerdings jeweils bereits in der ersten Runde. "Sie sind Jahr für Jahr ein Top-Team in der Liga. Sie haben Talent, Struktur, Tiefe, und sie spielen hart. Es ist eine große Herausforderung, vor allem im Play-off", erklärte Wild-Cheftrainer Mike Yeo. Einiges spricht aber auch für Minnesota, obwohl man bis zuletzt um den Aufstieg kämpfen musste. Das Team aus St. Paul hat ein starkes Finish gezeigt und seit dem 15. Jänner die meisten Punkte in der NHL gesammelt. An dem Tag haben die Wild Torhüter Devan Dubnyk verpflichtet, der seither ein sicherer Rückhalt ist und großen Anteil daran hat, dass Minnesota das beste Unterzahlteam der Liga ist.

Ähnlich wie die Formkurve der Mannschaft ist auch jene von Vanek, der trotz enttäuschendem Start bei seinem neuen Klub auch in seiner zehnten NHL-Saison zumindest 20 Tore erzielte. Nun will er mithelfen, dass Minnesota zum dritten Mal in der Klubgeschichte die zweite Play-off-Runde erreicht - als Bestes steht 2003 ein Semifinale zu Buche.

Insgesamt kämpfen noch 16Teams um die Nachfolge der Los Angeles Kings, die überraschend schon nach dem Grunddurchgang ausgeschieden sind.