Brügge. Fabian Cancellara und Tom Boonen fahren bei der 100. Auflage der Flandern-Rundfahrt am Sonntag um den Rekordsieg. Das Duo führt die Erfolgsliste gemeinsam mit vier nicht mehr aktiven Radprofis mit je vier Siegen an. Der Schweizer Cancellara (Team Trek) hat seine Topform jüngst bewiesen, dem ebenfalls 35-jährigen Belgier Boonen (Etixx) fehlt hingegen heuer noch ein Spitzenresultat. Die seit 1913 gefahrene "Ronde" führt im flämischen Teil Belgiens von Brügge über 255 Kilometer nach Oudenaarde.

Mit ihren winkeligen Straßen, den acht schwierigen Kopfsteinpflasterpassagen und den 18 kurzen, aber steilen Anstiegen (u.a. dreimal der Oude-Kwaremont) zählt sie mit Paris-Roubaix am darauffolgenden Sonntag zu den härtesten Prüfungen. Vier Österreicher stehen auf der Startliste, allen sind Helferrollen zugedacht. Bernhard Eisel spricht von der Flandern-Rundfahrt als einem seiner liebsten Rennen. Doch nach einem Schlüsselbeinbruch vermag der 35-jährige Routinier seine Qualitäten noch nicht wie erhofft zur Geltung zu bringen. So stellt er sich beim Klassiker-Debüt für Dimension Data in den Dienst von Edvald Boasson Hagen. Auch Marco Haller wird zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag einen Norweger unterstützen. Alexander Kristoff tritt als Vorjahressieger an, befindet sich nach einer Erkrankung trotz Rang zwei bei den Drei Tagen von De Panne aber noch nicht in Höchstform. "Ich bin nicht der größte Favorit. Einige Prozente fehlen noch, im Vorjahr habe ich mich stärker gefühlt", erklärte der Katjuscha-Profi.

Kristoff stuft Cancellara, den Belgier Greg van Avermaet und Weltmeister Peter Sagan am höchsten ein. Auch der slowakische Champion hat wie schon beim Sieg bei Gent-Wevelgem einen Österreicher im Team. Michael Gogl hat sich gleich in seinem ersten Profijahr im Tinkoff-Team etabliert und soll auch bei der "Ronde" Sagan unterstützen. Zumindest in der ersten Phase, denn ein so langes Rennen hat der Oberösterreicher noch nie absolviert. Das gilt auch für seinen engeren Landsmann Lukas Pöstlberger. "Wie da die Beine mitspielen, das ist die große Frage", sagte der Ex-Staatsmeister aus dem Bora-Team. Die Klassiker - Pöstlberger ist auch für Paris-Roubaix eine Woche später nominiert - haben ihn immer schon begeistert. "Nun starte ich selbst bei zwei der fünf Radsportmonumente. Da geht ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung."